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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie29 Okt 2014 05:32#13552

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Hallo an alle Ergos hier in Forum. Ich möchte eine Diskussion die unsere Beruf betrifft anfangen.
Es wird viel geredet über die gute Zusammenarbeit zwieschen Alltagsbegleiter und Ergos. Dort wo diese Zusammenarbeit gut geregelt ist, funktioniert sie bestimmt auch. Es gibt aber auch Heime, wo die Alltagsbegleiter unter der Anweisung der Pflegekräfte laufen. Da kann man nur staunen was manchmal dabei raus kommt. Das ist nämlich auch ein Problem, denn es ist nicht überall klar, wer diese Kräfte zu leiten hat und wie.
Nun ich stelle mir vor, dass ich Heimleiter bin und überlege Personal für die soziale Betreuung einzustellen. Warum sollte ich eine Ergotherapeutin oder einen Ergotherapeut einstellen? Es kostet mich mehr Geld und wird nicht von MDK vorgesehen. Aber, alle Bewohner die 87§b haben, MÜSSEN diese Betreuung auch bekommen. Also stelle ich lieber ein Alltagsbegleiter (87§ b ) ein. Und vielleicht hat eine Pflegerin grade Rückenprobleme und wird dann in den Topf "soziale Betreuung" reinrutschen und fertig ist mein Team "soziale Betreuung".
Wir Ergos, sollten ernsthaft anfangen, uns um die Implementierung unseres Berufes in den geristrischen Bereich zu kümmern. Sonst laufen wir Gefahr, dass wir nicht mehr gebraucht werden.
Ich fordere dafür:
-gestzliche Regelung der Ergotherapie in Altenheime.
-Ergos sollten dort Evidenz basierte Therapie machen sowie es gelernt haben. Ergotherapie innerhalb des Teams "Soziale Betreuung" soll nicht mit "Beschäftigung" verwechselt werden. Dafür die gesetzliche Regelung.
-Angestellete Ergos im Heim sollten auf Rezept arbeiten und stets im Kontakt mit dem Arzt bleiben. Auch beim Arzt Visite sollten sie anwesend sein.
-über geeignete therapeutische Mittel und Räume verfügen.
-Feste organisieren und durchzuführen sollte nicht unsere Arbeitsfeld sein.
-Gruppenarbeit nach Krankheitsbild, Ressorcen durchgführen.
-Einzeltherapien durchgführen.

Es wäre auch für die KK günstiger, wenn wir als Angestellten des Heimes die Ergotherapie nach ärtzliche Rezept durchführen. Dann müssen nicht von ausserhalb Ergos im Heim kommen und wie müssten dann nicht irgenwelche Feste mitmachen sondern vielleicht eine "Motorisch-Funktionelle Behandlung" durchgführen . Dadurch wird der Patient vielleicht mehr geholfen, statt das wir Leserunden und "Mensch ärgere dich nicht" spiele anbieten. Dann wird unsere Arbeit das werden, wofür wir es 3 Jahre lang gelernt haben. Nämlich THERAPIE!!!
stets im Hinterkopf beibehalten:
"Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken.
Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen."
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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie30 Okt 2014 15:45#13554

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Bin definitiv deiner Meinug!
Ergotherapie ist ein Heilmittel, ein Arzt darf eine notwendige Verorndung nicht ablehnen. Heilmittel für chronische Kranke belasten das Budget des Arztes nicht mehr! Aber wieviele Bewohner die neu in einer Einrichtung sind haben den überhaupt noch Ergotherapie ( wenn auch von extern) , es soll alles mit dem § 87b abgedeckt werden und wir werden nicht mehr gebraucht!

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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie31 Okt 2014 15:47#13556

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Ich finde das Thema auch echt schwierig! wie ist das denn bei euch so? bei uns im haus unterscheidet sich die tätigkeit der ergos nur sehr wenig von dem, was die betreuungskräfte so machen. bis auf die einteilung, planung und organisisation, aber das macht die leitung und die anderen ergos haben eigentlich nur wenig damit zu tun. wie schafft man es seine tätigkeit besser von den alltagsbegleitern abzugrenzen und wieder ein bißchen mehr "ergo" zu sein??? :unsure:

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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie05 Nov 2014 09:02#13561

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LittleMissSunshine* schrieb: wie schafft man es seine tätigkeit besser von den alltagsbegleitern abzugrenzen und wieder ein bißchen mehr "ergo" zu sein??? :unsure:


Das ist nur möglich, wenn die/der Vorgesetzte von uns (was in Pflegeheimen leider meistens die Pflegedienstleitung und kein Ergotherapeut ist) die Arbeit der Ergotherapeuten versteht, wertschätzt und Ergotherapeuten passende Arbeitsaufgaben zuteilt - und Alltagsbegleitern für sie passende. Ansonsten ist eine Trennung nicht möglich. Von Pflegedienstleitungen wird aus meiner Erfahrung nicht akzeptiert, wenn Ergotherapeuten Alltagsbegleiter-Tätigkeiten ablehnen. Auch freundliche Erklärungen nützen nichts.

Es gibt Pflegeheime, in denen die Ergotherapie von der Chefertage richtig verstanden wird und Ergotherapeuten ergotherapeutisch arbeiten können. Allerdings nur ganz, ganz wenige.

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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie11 Nov 2014 18:52#13563

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Hallo
"Alltagsbegleiter" war heute Thema bei Nano in 3 Sat. Es wurde den Menschen klar gemacht, wie gut es den alten Leute geht, wenn ein Alltagsbegleiter in Heim arbeitet. Es wurde wie erwartet kein Wort über den Beruf der Ergotherapeuten etwas erzählt. Alles was diese Frau im Fernseher gemacht und gezeigt gehört eigentlich zu UNSERE BERUF!!!!!!!!!!!!! Ergotherapie in Altenheim gibt es nicht als eigenständige Beruf!!!!
Wo soll das hinführen?????????????

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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie14 Nov 2014 17:51#13568

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Hallo carmina33,

wieso erwartest du in einem nicht mal vierminütigen Bericht mit dem Titel "Zur Seite stehen - Alltagsbegleiter sollen Heime angenehmer machen" Berichterstattung über Ergotherapeuten?

Hier noch der direkte Link zum Bericht: 3sat Mediathek

Ich sehe in dem Beitrag eine Alltagsbegleiterin, die ihre Sache - wenn das, was im Bericht dargestellt wird, der Realität entspricht - sehr gut macht und die als Alltagsbegleiterin genau das tut, was sie tun soll: Die Heimbewohner im Alltag begleiten. Ich sehe alltägliche Tätigkeiten (Obst schneiden, spazieren gehen), menschliche Nähe (Hand halten, zuhören, da sein) und ein kleines "Schmankerl" zugunsten des Wohlbefindens (Handmassage). Ich sehe nicht, dass diese Alltagsbegleiterin irgendetwas tut, was nicht zu ihrem Aufgabengebiet gehören würde. Wieso man für diese Tätigkeiten unbedingt einen Ergotherapeuten braucht, ist mir schleierhaft, denn der ist schließlich dazu da, das zu tun, was wiederum SEINE Profession ist: Therapieren. Dass der Unterschied von außen manchmal schwer zu erkennen ist, ist klar. Aber es gibt einen. Und um diesen geht es im Bericht nicht. Es geht nicht um Therapie, sondern um Alltagsbegleitung.

Viel schlimmer finde ich, dass der Missstand der "Crashkurs-Schulungen" nicht angesprochen wird (von wegen "speziell geschult"...), dass mit (m.E.) mitleidigem Unterton erwähnt wird, dass ein Alltagsbegleiter "weit weniger als eine Pflegefachkraft" verdient (die Pflegefachkraft bringt nun mal auch eine entsprechende Ausbildung mit und trägt viel Verantwortung - NATÜRLICH verdient sie mehr, wäre auch schlimm, wenn nicht) und dass am Ende explizit von "Alltagsbegleiterinnen" die Rede ist (denn Männer können in dem Bereich Gold wert sein).

Viele Grüße und ein schönes Wochenende!

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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie15 Nov 2014 07:48#13569

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"Wieso man für diese Tätigkeiten unbedingt einen Ergotherapeuten braucht, ist mir schleierhaft, denn der ist schließlich dazu da, das zu tun, was wiederum SEINE Profession ist: Therapieren."
--> Genau das ist es was ich kritisiere. Es ist nicht festgelegt wer und wie Therapie und Alltagsbegleitung voreinander zu unterschieden sind, wer die Alltagsbegleiter anleitet und wie die Schnittstellen miteinader kooperieren.
Therapien lässt sich in Alltenheim nicht so eifach machen, wie die Ergos, die auf Rezept arbeiten. Die Heime, die Ergotherapeuten haben, stellen diese für die Bereiche "Soziale Betreuung" und "Beschäftigung" ein. Genau dieses Arbeitsfeld wird nun eigenständig von der Alltagsbegleiter per Gesetz zugeordnet.
Ich hätte mir gewünscht, dass in d. TV-Beitrag d. Alltagsbegleiter und d. Ergotherapeut als Team auftretten. Ich habe nicht die Arbeit von der Frau kritisiert, sondern die Tatsache, dass Ergos von der Bildschirme der Altenheime verschwinden werden, da es nun einen billigeren Ersatzt dafür geschaffen worden ist.
Wie in mein ersten Beitrag beschrieben, es werden Alltagsbegleiter am Fliessband produziert, da ein Gesetzt und die dazu gehörigen Rahmenbedinungen geschaffen worden sind. Ich sehe darin ein Gefahr für die Ergotherapie in stationären Bereich. Wenn ein neuen ähnlichen Beruf vom Staat in der Gesundheitssytem implementiert wird, leidet automatisch unsere Beruf, der keine gesetzliche Unterstützung bekommt.

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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie15 Nov 2014 12:17#13570

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Wenn ein Ergotherapeut für "soziale Betreuung" und "Beschäftigung" und nicht für die Therapie angestellt ist, finde ich es zwar menschlich schade, aber durchaus nachvollziehbar, statt dessen günstigere, dafür zahlreichere, Betreuungskräfte einzustellen.
Ich kann immer noch nicht nachvollziehen, wieso du behauptest, alles, was die gezeigte Alltagsbegleiterin mache, gehöre zum Beruf der Ergotherapeuten. Meiner Meinung nach gehört Ergotherapie zum Beruf des Ergotherapeuten, nicht "Betreuung". Im Prinzip ist es umgekehrt: Was viele Ergotherapeuten machen, gehört eigentlich zum Beruf des Betreuers/Alltagsbegleiters und hat mit Ergotherapie nichts zu tun.

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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie15 Nov 2014 12:34#13571

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Zitat: "Was viele Ergotherapeuten machen, gehört eigentlich zum Beruf des Betreuers/Alltagsbegleiters und hat mit Ergotherapie nichts zu tun".
Ja, weil keine gesetzliche Rahmenbediungen bei Ergotherapie in Altenheim geschaffen worden sind. MDK prüft ein Heim im Punkto "Soziale Betreuung" und nicht spezifisch Ergotherapie. Die Alltagsbegleitung ist eingentilch das Beruf der Ergotherapeuten und nicht der Alltagsbegleiter.
Aus der Definition der Ergotherapie kann man das besser verstehen.
Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken.
Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.

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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie15 Nov 2014 12:43#13572

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Das Zitierte ist richtig, bedeutet aber nicht, dass das NUR auf Ergotherapeuten zutrifft. Wenn das so wäre, müsste man ja in dem Zuge auch zahlreiche andere Berufsbilder "ausmerzen", bis nur noch die Ergotherapeuten übrig bleiben (zum Beispiel alle, die "Menschen jedes Alters unterstützen und begleiten" ;) )

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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie19 Nov 2014 11:51#13573

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"Ausmerzen" ist hier nicht das Thema. Es ist die Tatsache, dass Alltagsbegleiter per GESETZ in den Heimen arbeiten und eine gewisse Regelung genießen (1:10, keine Pflege durchführen etc). Die Ergotherapeuten, die eine 3 jährige Ausbildung haben und auch eine wichtige Rolle spielen in der Stabilisierung des Heimbewohners nach Heimeinzug haben eben das nicht. Ich will nur das das gleiche gesetzliche Regelung auch die Ergotherapeuten haben sollen. So laufen wir nicht Gefahr, dass wir durch günstigere Arbeitskräfte ersetzt werden.
Der Bereich "soziale Betreuung" muss genauer definiert und für beide Berufe vorteilhaft werden.

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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie27 Nov 2014 07:30#13587

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Wie kommst du denn auf einen Stellenschlüssel von 1:10?? 1:24 aktuell und ab 01.01.2015 1:20...

Wie soll es gehen, dass du im Heim angestellt bist, aber auf Rezept arbeitest? Dann würde deine Arbeit doppelt bezahlt werden! Wenn du auf Rezept arbeiten möchtest, wieso suchst du dir nicht einen Job in einer Praxis?

Die Ergotherapeuten, die eine 3 jährige Ausbildung haben und auch eine wichtige Rolle spielen in der Stabilisierung des Heimbewohners nach Heimeinzug haben eben das nicht. Ich will nur das das gleiche gesetzliche Regelung auch die Ergotherapeuten haben sollen. So laufen wir nicht Gefahr, dass wir durch günstigere Arbeitskräfte ersetzt werden.
Der Bereich "soziale Betreuung" muss genauer definiert und für beide Berufe vorteilhaft werden.


Genau das ist mein Eindruck: Es geht um die Angst, ersetzbar zu sein (und in letzter Konsequenz auch ersetzt zu werden). Die Regelungen sollten - um bei deiner Wortwahl zu bleiben - "vorteilhaft" für die Heimbewohner, aber auch für die Gemeinschaft, die das alles finanzieren muss, sein, nicht für bestimmte Berufsgruppen. Deine Argumentation stützt sich aber fast ausschließlich darauf, dass ein gesetzliches Eingreifen gut für die Ergotherapeuten wäre. Darum geht es aber nun mal nicht.

Soll es so eine gesetzliche Regelung dann auch für Physio-, Musik-, Bewegungs-, Kunsttherapeuten, HEP, Besuchshunde etc. geben? Wer soll das bezahlen?
Es ist doch völlig klar, dass die gesetzliche Regelung für die Alltagsbegleiter eigentlich eine Arbeitsmarktpolitische Maßnahme ist und es nur vordergründig um die Betreuung der Heimbewohner geht. Der Hintergrund ist doch ein ganz anderer und der heißt: Raus aus der Arbeitslosenstatistik. Gäbe es diesen Hintergrund nicht, sähe die Regelung ganz anders aus (wenn es überhaupt eine gäbe...)

Eines der ersten Dinge, die uns in der Ausbildung beigebracht wurden, war: "Sucht euch nach Möglichkeit nach der Ausbildung keine Stelle im Heim. Selbst wenn ihr dort Jahrzehnte arbeitet, geltet ihr hinterher auf dem restlichen "Ergo-Arbeitsmarkt" als Berufsanfänger, weil ihr eben im Grunde keine Ergotherapie durchführt, sondern Betreuung. Wenn ihr im Heim "landet", seht zu, dass ihr da so schnell wie möglich wegkommt, um wirkliche Berufserfahrung sammeln zu können."

Das mag man gut, egal oder doof finden - so ist es nun mal.

Viele Grüße, Malin

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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie27 Nov 2014 22:11#13588

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Wie kommst du auf arbeitsmarktpolitische Maßnahme? so seh ich meinen Job nicht, wir kümmern uns intensiver um die Bewohner die den 87b Aufwand erhalten, was früher die Pflege mit gemacht hat, schaffen diese irgendwie heute nicht mehr wirklich. und Ergotherapeuten können in einem Heim nicht die Arbeit machen, wie in einer Praxis, das ist da nun mal ein anderes Pflaster.

Aber als arbeitsmarktpolitische Maßnahme seh ich das nicht, nur das viele dafür in Maßnahmen gesteckt werden, die es eigentlich nicht mal machen möchten und nicht alle sind dafür geeignet, aber das steht auf einem andere Blatt Papier, aber ich nehm diese Arbeit sehr ernst und Bewohner sind dankbar das wir da sind.

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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie28 Nov 2014 06:37#13589

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Es geht nicht darum, wie du deinen Job siehst. Niemand hat bezweifelt, dass den Bewohnern die zusätzliche Betreuung gut tut und dass sie notwendig ist. Schön, dass du Freude an deiner Arbeit hast, das sei dir unbenommen. Nichtsdestotrotz steckt dahinter ein anderer politischer Hintergedanke. Das kann man romantisch-verklärt oder eben realistisch sehen. Ich bevorzuge den Realismus.
Was glaubst du, wieso Hinz und Kunz auf 450€-Basis angestellt werden darf, aber Betreuungskräfte nach §87b nicht? Was glaubst du, wieso eine rechtliche Grundlage für die Voraussetzungen für die Qualifizierung geschaffen wurde, die mehr als schwammig ist und eigentlich, mit viel Goodwill und je nach Auslegungssache auf jeden zutrifft? Was denkst du, wieso Vorgaben für die Qualifizierung geschaffen wurden, die offensichtlich nach dem Prinzip "so viel wie nötig, so wenig wie möglich" - sowohl in Bezug auf Kosten als auch auf die Dauer und Inhalte der Qualifizierungsmaßnahmen und auch auf das Gehalt der Betreuungsassistenten - erstellt wurden?

wir kümmern uns intensiver um die Bewohner die den 87b Aufwand erhalten, was früher die Pflege mit gemacht hat, schaffen diese irgendwie heute nicht mehr wirklich.

Hast du dich noch nie gefragt, warum die Pflege das "irgendwie heute nicht mehr wirklich" schafft und welche alternative Lösung es für dieses Problem gegeben hätte?

Ergotherapeuten können in einem Heim nicht die Arbeit machen, wie in einer Praxis, das ist da nun mal ein anderes Pflaster.

Richtig, können sie nicht. Daher die Frage, ob sich jemand, der sich über diesen Umstand echauffiert, nicht lieber einen Job in einer Praxis suchen sollte, in dem er therapeutisch tätig sein könnte statt im Pflegeheim Betreuungsarbeit zu leisten.

Aber als arbeitsmarktpolitische Maßnahme seh ich das nicht, nur das viele dafür in Maßnahmen gesteckt werden, die es eigentlich nicht mal machen möchten und nicht alle sind dafür geeignet

Wenn das nichts mit Arbeitsmarktpolitik zu tun hat, womit denn dann? Was ist deine Vermutung dazu? Welchen anderen Grund gäbe es, "viele [...] die es eigentlich nicht mal machen möchten und nicht [...] dafür geeignet" sind, "in Maßnahmen (zu) stecken"? Mir fällt keiner ein.

Viele Grüße, Malin

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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie28 Nov 2014 07:00#13590

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Daher die Frage, ob sich jemand, der sich über diesen Umstand echauffiert, nicht lieber einen Job in einer Praxis suchen sollte, in dem er therapeutisch tätig sein könnte statt im Pflegeheim Betreuungsarbeit zu leisten.

Genau das wäre nicht gut!!! Die Bewohner haben Ressourcen, und diese können nur durch eine adäquate Therapie zu einer Besserung der Fähigkeiten und Alltagskompetenzen führen. Lassen wir ein Mensch nach Schlaganfall im Bett wird er nie wieder gehen können. Leider sind die rezapte für solche Fälle knapp und hier sehe ich eigentlich das Potenzial der Ergotherapie.
Es geht nicht um Angst ersetzt zu werden, es geht um ein roter Faden, was eigentlich Ergotherapie in einen Altenheim bewirken soll. Denn dann arbeiten wir als Team zusammen und das alles zum Wohle der Bewohner.

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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie28 Nov 2014 07:03#13591

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und nein. Ich arbeite nicht auf Rezept sondern als ganz normale Angestellte. Und ich will nicht in einer Praxis. Ich möchte die Therapie ins Altenheim etabilieren. Und dafür braucht man klare Strukturen.

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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie28 Nov 2014 10:15#13592

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tja warum das die Pflege nicht mehr schafft, könnte man auch ausführen hier( aber nur so viel, es gibt zu wenige die in die Pflege wollen), aber ist ja nicht das Thema an sich, ich seh nur das es viele Menschen gibt die dazu kommen, die den zusätzlichen Betreuungsaufwand erhalten und auch mehr ihren Lebensabend im Pflegeheim absolvieren müssen, dürfen oder wie immer das jeder bezeichnen will.

Ergotherapeuten machen in der Praxis andere Arbeit als in einem Pflegeheim, ich mache als Betreuungskraft keine Therapien oder Gymnastik, das machen Ergotherapeuten. Und ganz ehrlich, warum so missmutig über Betreuungskräfte, seht es doch positiv das diese da sind, es war am Anfang schon schwer, das auch Pflegekräfte unsere Arbeit nicht ernst genommen haben und es langsam besser geworden ist.

wünsche dir carmina das du damit weiterkommst, aber einer alleine ist auf weiterflur und kommt damit nicht weit was zu ändern. da müsstest an hoher stelle damit hin.

wünsche nun einen angenehmen tag, die pflicht ruft

gruss Daniela

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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie28 Nov 2014 10:28#13593

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camina33 schrieb: Angestellete Ergos im Heim sollten auf Rezept arbeiten

carmina33 schrieb: und nein. Ich arbeite nicht auf Rezept sondern als ganz normale Angestellte. Und ich will nicht in einer Praxis.


Noch mal: Wie willst du als Angestellte im Heim zusätzlich auf Rezept arbeiten?? Du würdest doppelt abrechnen, es geht schlichtweg nicht (und wäre auch unlogisch).

dmaus1972 schrieb: warum das die Pflege nicht mehr schafft, könnte man auch ausführen hier( aber nur so viel, es gibt zu wenige die in die Pflege wollen)

Da beißt sich die Katze in den Schwanz: Wieso ist denn deiner Ansicht nach der Pflegeberuf so unattraktiv geworden? Vielleicht unter anderem auch deshalb, weil Pflegekraft zu sein bedeutet, nur noch im Akkord zu pflegen und alle "schönen" Anteile, die früher zum Pflegeberuf dazu gehörten, mittlerweile von (wesentlich günstigeren) Betreuungskräften übernommen werden?

dmaus1972 schrieb: Ergotherapeuten machen in der Praxis andere Arbeit als in einem Pflegeheim

Richtig. Nur, wieso sich darüber echauffiert wird, das verstehe ich nicht.

dmaus1972 schrieb: Und ganz ehrlich, warum so missmutig über Betreuungskräfte

Ich für meinen Teil bin nicht missmutig eingestellt gegenüber Betreuungskräften. Ich finde es im Prinzip gut, Menschen eine Chance zur Integration ins Erwerbsleben zu geben und auch die Bewohner können davon profitieren. Aber man darf dabei nun mal das große Ganze nicht aus dem Blick verlieren. Das läuft alles andere als rund und vieles stinkt zum Himmel. Aber die Meinungen der einzelnen zeigen eben auch, dass die politische Masche der Schönfärberei und der Demonstration von vermeintlichem Gutmenschentum wunderbar funktioniert :whistle:

Viele Grüße! Malin

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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie28 Nov 2014 10:44#13594

  • dmaus1972
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warum der Pflegeberuf unattraktiv wurde, hat viele gründe, aber da sollen sich die angestellten sich aus einander setzen, ich wollte nicht in die pflege weil es einfach zu anstrengend für den Körper ist, und man da durch die schwere Arbeit kaputt geht. Nur durch zu wenig Personal ist es in vielen fällen Akkord, aber wie gesagt andere Baustelle ;)

und Ergotherapeuten in einem heim müssen doch nicht auf Rezept arbeiten, hier könnten diese doch in der einzelbetreuung diverse dinge machen wo kein Rezept ausgestellt wird, aber der Bewohner trotzdem seine Therapie erhält, es gibt so viele Bewohner die keine Rezepte mehr erhalten oder eine pause einlegen müssen bis wieder verschrieben werden kann, warum übernimmt der Ergotherapeut dann nicht die Therapie?

so nun muss ich leider los, wünsch euch einen schönen tag :)

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Alltagsbegleitung und die Ergotherapie28 Nov 2014 13:11#13595

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Hallo die Damen,
ich bin in der Ausbildung von § 87b-Kräften tätig (Alltagsbegleiter und Betreuungsassistenten) und betone zum Teil mehrfach pro Unterrichtseinheit, dass diese Ausbildung weder mit einer pflegerischen noch einer ergotherapeutischen Ausbildung zu tun hat. Die Frage kommt immer wieder, da durchaus Inahlte aus o.g. Ausbildungen angeschnitten werden. Ebenso halten es meine Dozenten-Kollegen.
Ich halte die Auszubildenden immer wieder dazu an, dies auch ihren Vorgesetzten zu vermitteln und hoffe, dass jede Fachkraft in ihrem spezifischen Bereich, natürlich immer in Kooperation mit den anderen, arbeitet!
Jeder nach seinen Pflichten und v.a. nach seinen Kompetenzen!
Alles gute für euch Ergos, auf meine Rückendeckung könnt ihr euch verlassen!

Ahoi und einen besinnlichen Advent!

Howie

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