"arbeitsfremde" Einsätze - Ergo als Servicekraft eingesetzt

Umfrage: Was meint Ihr dazu? (endet am 0000-00-00 00:00:00)

geht gar nicht
10 90.9%
geht in der Not
1 9.1%
Anzahl der Wähler: 7
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14 März 2009 21:46 - 15 März 2009 00:16 #5698 von Anonymous
Hall KollegInnen-ich habe ein großes Problem.
:'(
Seit zwei Jahren arbeite ich als Ergo in einem Pflegeheim.Die Arbeit hat mir immer Freude gemacht und ich komme sehr gut mit den Bewohnern zurecht.Ich konnte anfangs frei walten und schalten und meine Arbeit wurde adäquat honoriert.
Nun das:
Aus Not wurde ich gebeten, auch mal Service zu machen - das heißt, Tische decken, servieren und abdecken-den Tagesraum feudeln (wischen). Das habe ich in Kauf genommen, wollte kein Kollegensch..... sein.Wir sind ein 60-Betten Haus.ok.
Inzwischen wird das immer mehr, und ich werde teilweise gar nicht mehr gefragt im Notfall, sondern von der PDL eingeteilt.In mir regt sich so eine Wut und Unmut -  dass ich am liebsten gehen würde.
Ich hatte schon Gespräche mit der PDL-sie sagte, dass es wieder besser werden würde und ich wieder frei walten und schalten könne....nichts ist passiert.
Meine schöne Arbeit und die Energie dafür gehen drauf mit Arbeiten, die ich als MAE-Kraft gemacht habe.
Bin die Einzige Ergo im Haus......
Was soll ich tun?

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15 März 2009 12:04 #5707 von Sonne
Hallo,
ich kann Dich sehr gut verstehen, da ich vor 2 Jahren in der gleichen Situation war. Mein Frust und Unmut stieg ständig an, ich habe die Konsequenzen gezogen - mir eine neue Stelle gesucht - und gekündigt.
Ich weiß, das es nicht immer so schnell geht wie bei mir und man Glück haben muss eine neue Stellung zu finden, aber vielleicht ist momentan ein guter Zeitpunkt, da einige Stellen frei gegeben werden durch die MDK Aktion.
Halte den Kopf hoch und suche ein neues Ziel, die PDL können viel versprechen, letztendlich sind sie nur bedacht ihre Lücken zu füllen.
Viel Glück wünscht Dir Sonne

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15 März 2009 12:37 #5708 von Anonymous
Hallo Sonne,

Frust und Unmut stiegen ständig an - ja, dass trifft es genau.Und was ich nie wollte - meinen Frust bekommen dann auch manchmal die Bewohner zu spüren-nicht viel, aber ich kann keine Grinsekatze sein, wenn ich sauer bin.Ich merke dann, dass ich ungeduldig werde.....gefällt mir gar nicht - aber ich merke es zum Glück immer schnell genug.
Ich habe mir überlegt - ich werde einen letzten Versuch starten.Heute werde ich mir die Arbeitsplatzbeschreibung für Ergotherapeutin kopieren.Dann werde ich mit der PDL reden, dass ich ein Gespräch mit der Heimleitung suchen werde, dass es so nicht weitergeht.
Wichtig ist, ich muss mich sehr gut auf das Gespräch vorbereiten.

Allein das Lesen hier im Forum lässt wieder Freude an meinem Job aufblitzen.

Schwierig ist, dass ich keine "Lobby" - Kollleginnen habe, die ergotherapeutisch denken: Die Pflege hat Möglichkeiten zum Austausch, die Küche, Reinigungskräfte etc....
Die PDL denkt pflegerisch, nicht therapeutisch.
Das habe ich jetzt begriffen.
Wie oft habe ich erklärt, dass in manchen Bereichen kleine Gruppen mehr Sinn machen  - das geht ein paar Tage gut, dann mault eine Pflegehilfskraft und schon ist es wieder vorbei mit der Akzeptanz.

schade schade.....

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15 März 2009 13:15 #5709 von SammyJo
Hallo!
Wenn ich Deinen Beitrag so lese, dann tut mir das echt leid. Ich arbeite seit dem letzten November in einem privaten Seniorenheim. Wir haben 31 Bewohner, dreiviertel davon dement, bzw. schwer dement. Sehr anstrengende Arbeit. Ich arbeite vier Stunden täglich. Meine Chefin sagte mir von anfang an, dass sie von meiner Arbeit keine Ahnung hat und dass ich wissen müßte, was zu tun wäre. Sie hatte die Ansicht, dass ich so zwei drei Gruppentherapien am Tag machen könnte. Das konnte ich ihr Gottseidank klarmachen, dass das nicht geht. Nicht bei der kurzen Arbeitszeit. In der Pflege oder sonst wo will sie mich nicht arbeiten sehen. Natürlich, wenn jemand zur Toilette muss in der Gruppenstunde, dann mache ich das natürlich. Aber ich muss zum Beispiel vorher fragen, ob ich morgens beim Waschen mit dabei sein kann... oder beim Zu-Bett-bringen. Aber meiner Meinung gehört das auch dazu, zur Befunderhebung z.B. Ich würde auch gerne kleinere Gruppen machen, so 4 bis 6 Leute. Aber dann bekomme ich den Raum vollgesetzt von den PK... so ist vernünftiges Arbeiten als Ergotherapeutin auch kaum möglich. Dann bin ich wirklich "nur" für die soziale Betreuung zuständig. Aber ansonsten bin ich zufrieden mit meiner Arbeit, es macht Spass, die Kollegen sind nett, die Chefin auch und mit den Bewohnern komme ich gut klar. Ich würde gern ein paar Stunden mehr arbeiten und vielleicht zwei drei Euro mehr verdienen... Aber wer will das nicht. Ich drücke dir die Daumen, dass sich Deine Lage bals ändert. Sachlich vorgetragenen Argumenten und einer ordentlichen Begründung können sie sich doch nicht verschliessen... Toi toi toi!!! Liebe Grüße Yvonne

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15 März 2009 20:27 #5720 von venezia
hallo claupin,
dies hätte ich dir auch geraten die stellenbeschreibung zu kopieren
und das gespräch mit der pdl und der hl zu suchen.
du bist als fachkraft anerkannt und nur du kannst die vom mdk geforderten
therapien durchführen.
vielleicht solltest du in deinem gespräch darauf hinweisen was du bis dato
alles in der einrichtung eingeführt und erreicht hast, und ob nun ab jetzt
geplant ist im zuge der sternenvergabe des mdk, fachkräfte zu
putzfrauen zu dekratierén. ( sachlich argumentieren )
das du weiterhin bereit bist die entsprechtende qualität zu sichern
um die einrichtung deutlich von anderen zu unterscheiden .

ich bin auf dein gespräch und den ausgang gespannt.
laß mal etwas dazu hören.

grüße von venezia

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15 März 2009 20:59 #5721 von Anonymous
Hallo,
erst einmal Danke! für eure Antworten.
Das gibt mir Kraft.
Mit dem MDK zu argumentieren und die Qualitätssicherung in meinem Bereich ist genau das, was meine HL versteht.
Da werde ich mich noch richtig gut vorbereiten.

Ich weiß auch gar nicht, inwieweit die HL das überhaupt mitbekommt, wie oft ich als Servicekraft eingesetzt werde.Angehörige haben mich auch schon verdutzt gefragt, wieso ich als Ergotherapeutin Tische eindecke.
Das werde ich mal so nebenbei einfließen lassen.....



Ich halte Euch gerne auf dem Laufenden.
Liebe Grüße von Claudia :)

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15 März 2009 21:33 #5723 von talie
Hallo claupin,
auch ich wünsche Dir viel Glück. Ich weiß wie es ist wenn eine wichtige Aussprache ansteht mit dem EL oder PDl. Glaube mir zuerst wirst Du sehr aufgeregt sein, aber danach wird es Dir besser gehen, egal wie es ausgeht. Denn das wichtigste ist das Du Dir treu bleibst und Dich ganz klar Positionieren kannst. Wenn dann die Gegebenheit vor Ort sich nicht ändern, hast Du nicht verloren sondern trotzdem für Dich etwas gewonnen nemlich zusätzliche Stärke. Weil es ganz viel Mut kostet, sich den Dingen zu stellen die sich für Dich nicht gut anfühlen. Wichtig ist, das Du natürlich bei Deinen Argumenten sachlich bleibst, Dich nicht auf die Bezeihungsebene begibst. Wenn ich mal am Boden bin, sage ich mir immer : Schlimmer kann es nicht werden, nur bessers.
Viel Glück ( schreib mal wie es ausgegangen ist)
LG Talie

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15 März 2009 23:39 #5725 von Michael Lange

claupin schrieb: Mit dem MDK zu argumentieren und die Qualitätssicherung in meinem Bereich ist genau das, was meine HL versteht. Da werde ich mich noch richtig gut vorbereiten.

Hört sich ein wenig an wie mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Sollte es nicht genügen, die weitere Ausführung der fachfremden Tätigkeiten einfach abzulehnen mit Verweis auf den geschlossenen Arbeitsvertrag als Ergotherapeutin?

In Arbeitsverträgen ist die Übernahme subalterner Tätigkeiten meist ausgeschlossen mit einer Formulierung wie: "Es steht dem Arbeitgeber frei, dem Arbeitnehmer andere, seinen Fähigkeiten entsprechende und seiner Ausbildung angemessene Tätigkeiten zuzuweisen." Sprich: Man kann zwar zu anderen Tätigkeiten, aber nicht zu untergeordnetem Quatsch wie Feudeln rangezogen werden.

Mit dem MDK und dergleichen zu wedeln könnte Richtung Eigentor gehen: Solche Geschütze aufzufahren impliziert, dass die Übernahme fremder Tätigkeiten verhandelbar wäre - während sie in Wahrheit doch indiskutabel ist! Wozu einen Haufen Argumente rankarren für etwas, was jenseits der Aushandelbarkeit liegt und mit einem einfachen "Nein" zu beantworten wäre?

So oder so, viel Glück!

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15 März 2009 23:52 - 16 März 2009 00:02 #5727 von Anonymous
Hallo Michael,
dieser Auszug meines Arbeitsvertrages schwebte mir auch vor.
Ich werde mir den noch mal genau anschauen.
Ja, kannst auch recht haben - was schwafeln, wenn ein nur deutlich formuliertes  NEIN angebracht ist.

Nehme deinen Tipp gerne zur Kenntnis.

Claudia

hier der Auszug aus meinem Arbeitsvertrag:
"§3 Tätigkeitsgebiet, Zuweisung anderer Tätigkeiten,Nebentätigkeit.

1.Der Mitarbeiter wird für den Aufgabenbereich Pflege eingestellt.
2.Der MA ist verpflichtet, auch auf besondere Anordnung andere - seinen Fähigkeiten und seiner Aus- und Fortbildung entsprechende - zumutbare Tätigkeiten außerhalb seines Aufgabenbereiches zu verrichten. Die Zuweisung anderer gleichwertigerer oder geringwertigerer Tätigkeiten hat keinen Einfluss auf die vereinbarte Vergütung."

das heißt für mich, dass sie mir das aufbrummen können - oder? ??? Wie ist das denn auszulegen - geringwertigere Tätigkeit?

fragt sich  Claudia

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16 März 2009 09:48 #5728 von petrapisa
Hallo claupin,
ich glaube, dass Deine Situation kein Einzelfall ist, zur Zeit wird in vielen Häusern versucht, Ergo´s für fachfremde Aufgaben (Pflege/Hauswirtschaft) einzusetzen. In unserer Einrichtungen hatten wir 5 Jahre einen Sozialtherapeutischen Fachdienst. Mit der neuen HL wurde dieser aufgelöst und wir arbeiten im Schichtdienst , sind im Dienstplan nicht mehr zusätzlich eingeteilt, dies verstösst gegen MDK und Heimaufsicht Richtlinien. und bei uns kracht es deshalb zur Zeit gewaltig. Wenn unsere HL dies nicht ändert, wird dem Haus der Betreuungsvertrag entzogen. Ich glaube das ist ein Politikum, da mir gesagt wurde, dass bei den letzten Pflegesatzverhandlungen der Therapeutenschlüssel wieder dem Pflegeschlüssel zugesprochen wurde.
Damit sitzen wir sozusagen auf Pflegestellen, alllerdings muß aber trotzdem ein Betreuungskonzept  für die BewohnerInnen vorliegen.
Gruß Petra

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