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Ergotherapeuten als Pflegekräfte?11 Nov 2007 22:46#1840

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Liebe EbeDe-Mitglieder,

in unserer letzten Online-Umfrage fragten wir nach dem Sinn und den Auswirkungen der Ausführung rein pflegerischer Tätigkeiten durch Ergotherapeuten im Seniorenheim.

Wie sind eure persönlichen Erfahrungen?
Führt ihr rein pflegerische Tätigkeiten durch (kein ADL-Training)? Was genau für Tätigkeiten sind das? Setzt ihr Grenzen?

Was meint ihr?
Wächst dadurch etwa zusammen, was zusammen gehört? Wünscht ihr euch einen neuen, vielleicht ganzheitlichen Beruf, der Pflege und Ergotherapie vereint? Oder werden sinnvolle disziplinäre Grenzen überschritten? Mangelt es an Wertschätzung gegenüber der Ergotherapie? Fühlt ihr euch ausgenutzt?

Auf eure Meinungen, Erfahrungen oder Gefühlslagen sind wir sehr gespannt!

Euer EbeDe-Team

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Ergotherapeuten als Pflegekräfte?12 Nov 2007 08:08#1845

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Zur Zeit sehe ich mich mal wieder mehr als pflegerischer Ergo. Liegt u.a. daran, dass am unserem Dienstplan rumgebastelt wird, damit wir ja auch an Feiertagen den "Speisesaaldienst" am Nachmittag übernehmen.
Ansonsten bin ich eher der Meinung, dass Pflege und Ergo in Seniorenheimen und Pflegeheimen nie eindeutig zu trennen sind- nicht in den Köpfen der Bewohner,z.B. Schwester können sie mir auf Toilette helfen? Nein ich bin die Ergo und rufe eine Schwester, die aber bestimmt erst in 10min da ist. Je dementer die Bewohner umso verschwommener wird alles. Ich helfe auch bei den Mahlzeiten-essen anreichen.
Da stellt sich bei mir aber auch immer die frage-8 Stunden im Dienst, davon 1 Std. Gruppenstunde. Der Rest besteht aus Mahlzeiten und Doku und ungeplante Sachen.
Weiß auch nicht so recht weiter

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Ergotherapeuten als Pflegekräfte?02 Dez 2007 19:51#2015

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hallo!

Ich finde die Diskussion sehr spannend! Manchmal empfinde ich das ergotherapeutische Arbeiten auch mehr als Animation, Gesprächsführung und den "Patienten bzw. Bewohner aus dem Alltag rausholen".
Eine klar definierte Zielsetzung, die mit dem Bewohner erarbeitet wird, ist absolut schwierig bzw. findet das bei mir leider kaum statt. Für Einzeltherapie fehlt ein ruhiger Raum und leider auch die Zeit. Eine regelmässige Therapie ist nicht möglich, weil der Bewohner mal will, mal nicht, dann wie üblich, auch gar nicht zum vereinbarten Zeitpunkt fertig ist. Richtige Überweisung vom Arzt erhalte ich leider auch nicht... ich kann ihm immer nachlaufen.

Pflegerische Tätigkeiten versuche ich zu vermeiden, aber es ist einfach nervig, wenn man die Pflege dreimal bittet den Bewohner für die und die Uhrzeit fertig zu machen, man den Bewohner wieder im Bett vorfindet und die Pflege dann erklärt Pause machen zu müssen.... ich habe alles schon erlebt. In dem Fall habe ich die Bewohnerin angezogen etc., weil es mir ein Anliegen war, dass sie an der Gruppe teilnimmt.
Dazu muss ich auch sagen, dass einige Pfleger ja sehr nett sein können und den Bewohner auch mal nach zur Gruppe bringen...

nur Brillen putzen, Hörgeräte einschalten, ausgeschüttetes Trinken wieder aufwischen, Essen so hinstellen, dass es der Bewohner auch sieht und essen kann, ggf. Essen reichen usw. gehört tagtäglich dazu- für mich ist das auch schon pflegerische Arbeit.

Auch die Definierung was macht wer+ wie ist diffus. Bei uns wollen sie jetzt einen neue Berufsgruppe einführen - eine Art Tagesbetreuung, die dann auch mit den Bewohnern kocht, Essen einnimmt, den Tag strukturiert... manchmal denke ich, das ist ein billiger Abklatsch der Ergotherapie- außerdem stellt sich die Wirtschaft (die ja diese Konzepte entwickeln) wohl alles leichter vor, als es in der Realität ist. Das Betreuungsverhältnis wäre da 15 Bewohner auf 1-2 Betreuer.

Kann man nur hoffen, dass die Qualtiät der Ergotherapie und auch die Jobmöglichkeiten nicht darunter leiden  :)

das einzig Positive... ich sehe mal wieder, dass ich mit dem Thema nicht alleine bin!

Als Ergotherapeut arbeitet man ja ganzheitlich- sprich es überschneidet sich ja nicht nur mit Pflege auch mit Physio etc. und natürlich ist die Art wie wir etwas angehen anders, als die der anderen Berufsgruppen, nur erkennt das auch Otto-Normalverbraucher?

Ergo in der Geriatrie ist schon schwierig...was meint ihr?

lg, gee99

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Ergotherapeuten als Pflegekräfte?29 Dez 2007 16:01#2247

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Hallo alle zusammen,
bin heute das erste Mal auf diesen Seiten und total begeistert. Seit April 2007 arbeite ich im Pflegebereich einer Seniorenresidenz, 53 Bewohner mit unterschiedlichstem Hilfebedarf. Meine Vorgängerin war noch zu mehr als 50% in die Pflege eingebunden und wollte deshalb gehen. Mir geht es da viel besser, ich habe außer "Wohlfühlbädern" keinen pflegerischen Ansatz (von dringenden Toilettengängen mal abgesehen). Mir geht es richtig gut, vormittags Gruppenrunden und Nachmittags Sturzprophylaxe oder Einzeltherapien (mehr Beschäftigung).  Ich kann mir meine Zeit völlig frei einteilen und zur Pflege habe ich auch ein sehr gutes Verhältnis, von ein paar "Dummschwätzern" mal abgesehen. Ich mache viel mit Musik (spiele Gitarre) und habe Rhythmusinstrumente für die Bewohner.
So. werde öfter mal auf die Seiten schauen und freue mich auf viele Anregungen.
Kerstin

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Ergotherapeuten als Pflegekräfte?03 Jan 2008 20:01#2273

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Hallo zusamm,

habe diesen Beitrag mit erstaunen gelesen.. Stehe dem kritisch gegenüber dass Ergos in dem Sinne nichts mit Pflege zutun haben. Denn wenn man so bedenkt, klar Ergos haben eine andere Denk- und Arbeitsweise, aber Ergo und Pflege gehen immermehr ineinander über. Wo man kaum noch zumindest in Heimen die Arbeiten von einander streng trennen kann und sollte. So geht es zumindest mir und einigen Kollegen, die ihre Meinung dadrüber schon geändert haben.

Ich arbeite in einer für demenziell erkrankte Wohngemeinshaft mit bisher 11 Bewohnern. Bin da leider nicht als Ergo speziell eingestellt sondern als Präsenzkraft. Das heisst das ich nicht nur meine Arbeit mache sondern noch vieles mehr. Natürlich möchte ich hauptsächlich meine "Arbeit" machen aber auch solche Dinge wie Toilettengänge, Essen reichen, Hauswirtschaft wie z.b. Wäsche waschen, Essen machen komme ich nicht drumherum. Möchte ich auch nicht. Denn so sammelt man viele weitere Erfahrungen die garnicht schlecht sind für die eigene Weiterentwicklung. Denke ich mir. Das heisst ja nicht das ich einen anderen Beruf lernen will. Nur es ist manchmal garnicht schlecht als "Allroundtalent" angestellt zu sein..

Naja Einzeltherapien in dem Sinne snd bei mir zumindest nicht oft möglich, da der Platz nicht vorhanden ist sich zurückzuziehen bzw. die Ruhe da nicht so möglich ist. Ich arbeite dann eher mit 3-4 er Gruppen oder mehr Leuten.

Natürlich würde ich mir wünschen nur Ergotherapeutische Tätigkeiten auszuführen aber das wird leider immer schwieriger.

Erstmal lieben Gruss

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