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Gruppe Stricken und Häkeln - Sinn oder Unsinn ???05 Nov 2012 22:27#12300

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Hallo,
meine Leitung (Kunsttherapeutin) hatte die Idee eine Strick und Häkelgruppe anzuieten.
Umgesetzt soll das Ganze von den zusätzlichen Betreuungskräften werden.

Generell bin ich gegen diese Form der Beschäftigung. Die Damen mussten damals Stricken ob sie wollten oder nicht...bereits im Kindesalter. Altes wurde wieder aufgetrennt und Neues daraus estrickt. Dass dies den Damen keinen Spaß bereitete wurde mir in den letzten Jahen immer wieder anvertraut.

Nichtsdestotrotz müssen wir nun das Beste daraus machen.
Hat jemand Erfahrungen und Ideen was man anbieten könnte?

Einer Kollegin ist es bereits bewußt dass bei solchen Angeboten nur das tun und nicht das Ergebnis wichtig ist.
Die Kollegin welche die Gruppe mit einer weiteren Kollegin (im Wechsel) übernehmen wird ist jedoch auf Ergebnisse fixiert.

Bitte um Vorschläge  ;)

Gruß Pegasus
Wo sich Betreuungsassistenten treffen:
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Gruppe Stricken und Häkeln - Sinn oder Unsinn ???06 Nov 2012 13:18#12301

  • Jana
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Hallo,

bei uns gibt es seit ca. einem halben Jahr eine Strickgruppe / Handarbeitsgruppe, die von einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin durchgeführt wird. Es kommen nicht sehr viele Bewohner, aber diejenigen die teilnehmen, freuen sich immer sehr auf den Nachmittag. Neben dem Stricken ist das Gespräch ganz wichtig! Und es wird nicht nur gestrickt, sondern z.B. an kleinen Webrahmen gearbeitet. Mitarbeiter der sozialen Betreuung begleiten die Bew. zu dem Raum wo das Angebot stattfindet und holen sie im Anschluss wieder ab. Es ist ein schönes Angebot (14:00 - 16:00 Uhr), für diejenigen die es mögen. Vielleicht findet ihr auch einen ehrenamtlichen Mitarbeiter dafür? Denn Betreuungszeit und Anzahl der Bew. soll ja immer in einem guten Verhältnis stehen  ;)
Liebe Grüße.
Jana

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Gruppe Stricken und Häkeln - Sinn oder Unsinn ???06 Nov 2012 19:48#12302

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Hallöchen,

also ich würde vielleicht im Vorfeld mal durchchecken, welche Bewohner daran Interesse hätten oder die Fähigkeiten dazu hätten (Feinmotorik).

Vielleicht ist es attraktiver, wenn ein konkretes Ziel dahinter steht - z.B. die Werke zu spenden, Babyklamotten für die 3. Welt oder eine Kooperation in Deutschland suchen... oder auf einem (hauseigenen) Weihnachtsmarkt zu verkaufen und das Geld spenden oder für Neuanschaffung für Wolle benutzen.
Man kann auch aus einfacher Häkel-oder Strickarbeit mit Fehlern, etwas schönes machen! Vielleicht auch für den Hausbereicht - Nesteldecken für kränkere Bewohner...
Ich würde mal behaupten, dass es mehr Bewohner gibt, die eine sinnvolle Beschäftigung suchen als welche die das Stricken aufgrund ihrer Biographie leid sind.
Vielleicht lassen sich ja auch einige Angehörige einbeziehen - um einen gemütlichen Strick-Nachmittag zu gesatalten. Vielleicht sogar öffentlich - als Treff-Nachmittag mit dem Stricken als Rahmenthema.
Kommt immer drauf an, wieviel Bewohner ihr zur Auswahl ist, und wie die Chefetage so drauf ist - und auf euer Umfeld....

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Gruppe Stricken und Häkeln - Sinn oder Unsinn ???07 Nov 2012 10:29#12303

  • senioras
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Hallo zusammen!
Ich denke, dass man von den Interessen der Bewohner oder Bewohnerinnen ausgehen sollte - und die sind sehr verschieden. Ich kenne mehrere alte Damen um die 90 die leidenschaftliche Strickerinnen oder Häklerinnen sind - auch wenn mal eine Masche fällt oder läuft...Meine 92jährige Tante bestrickt uns noch sehr gerne mit Wollstrümpfen und bekommt dafür sehr viel Anerkennung und Lob - und ihr ist es ein angenehmer Zeitvertreib. Sie hat auch schon Strümpfe im Heim verkauft, bekommt ständig Wolle von anderen Mitbewohnern oder Angehörigen und hat einen schwunghaften Handel mit kleinen selbstgestrickten Weihnachts- und Schneemännern mit aufgestickten Gesichern, die sie liebevoll mit Hut und Schal ausstattet, der Schneemann bekommt auch noch ein paar Zweige als Rute....
Aber meine Tante würde diese NIE kostenlos spenden! Sie möchte einen Lohn für ihre Arbeit oder verschenkt diese an Menschen, die sie lieb hat. Ob eine Gruppe was für sie wäre, weiß ich nicht.
Ich kann mir vorstellen, dass es für viele nett sein kann, gemeinsam zu handarbeiten und zu plaudern, bei einem Tässchen Kaffee und Keksen. Geschichten erzählen oder auch Vorgelesenem zuhören, vielleicht sogar Klatschzeitschriften bei Interesse oder biographische Erfahrungen, die schriftlich vorliegen....das kenne viele Damen aus ihrer Biographie.
Und es wäre auch eine Möglichkeit, sich dieser unschönen Erinnerungen bewusst zu werden, sie eventuell zu formulieren, auszusprechen und mit  anderen zu teilen. Auch die negativen Erinnerungen gehören zu uns, haben uns geformt und sind Teil unsere Vergangenheit und Identität, die es zu erhalten gilt.
Ein altes Sprichwort sagt: Spinnen am Morgen bringt Kummer und Sorgen. Spinnen am Abend erquickend und labend. (Damit ist die Tätigkeit des Spinnens gemeint.)
Die Wollstränge auf beide Hände zu nehmen, sie auszuschlagen und so zu bewegen, dass ein Mitstreiter die Wolle aufwickeln kann....das Aufräufeln und Aufwickeln...das sind für viele Damen auch Erinnerungen, motorischer und sensorischer Art, und können aus dem Körpergedächtnis auf diese Art und Weise wieder aufgefrischt werden...vielleicht sind sie sie so automatisiert, dass selbst schwächere Menschen sie noch ausführen können. Es wäre ja auch eine Möglichkeit, dass den Ungeschickteren das Aufräufeln oder Aufwickeln angeboten wird. Damit man die Wolle wiederverwenden kann. Die aufgeribbelte Wolle kann man auf ein Brettchen wickeln lassen, was einfacher als ein Knäuel ist. Wenn man diese Wolle nass macht und trocknen lässt, wird sie wieder glatt....

Jedenfalls gibt es keine Antwort auf die Frage nach Sinn oder Unsinn der Handarbeit. Erlaubt ist, was Spaß macht und anregend ist. Und das ist für jeden verschieden. Jeder einzelne Bewohner sollte entscheiden dürfen, ob er ein Angebot mitmachen möchten. Und vielleicht mögen andere "nur" dabei sein und zuhören, zusehen, wenn andere handarbeiten.

Noch eine kleine Anregung, die aber nichts mit der Biographie der Älteren zu tun hat, aber Anlass für Gespräche oder außergewöhnliche Reize bieten kann, ist das Bestricken oder Behäkeln von Baumstämmen und Ästen. Gesehen im öffentlichen Straßenland von Berlin und Bonn. Lenkt die Aufmerksamkeit und weckt Interesse.
Wenn ihr also einen Garten habt, wäre das vielleicht auch eine Möglichkeit (mit der die Bewohner aber bestimmt nicht einverstanden sind und sie dafür nicht ihre Arbeit hergeben würden, da es sich ja um Unsinn und Verschwendung in ihren Augen handeln wüde - nehme ich an). Und eine Laufmasche oder Löcher schaden diesem Gewebe gewiss nicht... wenn man ergebnisorientiert arbeiten möchte.
www.geo.de/GEOlino/kreativ/zeitv ... 70972.html
Wenn man "Bäume bestricken" googelt, bekommt man anschauliche Bilder, die zumindest mir als kunstinteressiertem Menschen Lust machen.

Also, ran an die Nadeln und das Drumherum nett gestalten und ausprobieren....
Viel Spaß dabei!
Bestrickende Grüße
Senioras

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Gruppe Stricken und Häkeln - Sinn oder Unsinn ???08 Nov 2012 19:29#12306

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Hallo,

auch bei uns gibt es eine Strickgruppe, die sehr gern wahrgenommen wird. Es sind zwar nur wenige Bewohnerinnen (4-8 plus "Besucher und Reinschnuperer), aber die sind echt begeistert. Wir stricken Filzpuschen, das war ein Vorschlag meinerseits, da einige sagten, sie würden gern stricken, aber wüßten nicht was, keine Enkel etc.. und die Strick und Filzwolle ist dick, Nadeln NR 8 gehen bei den meisten gut. Nachdem ich ein Paar zur Ansicht mitgebracht habe, war die Begeisterung groß.
Die Türen stehen an diesem Nachmittag jedem offen, manchmal lasse vorher und zum ankommen ich Musik laufen, das lockt den einen oder anderen an, Bewohnerinnen kommen vorbei, finden die schaffige Atmosphäre gut und setzen sich. Ich biete dann noch Stäbchenwebrahmen an, Bettlacken zerreißen für Flickenteppich-das können auch ganz schwache, aufwickeln, etc..
Toll sind die Gespräche, die entstehen, der Austausch nebenher ist den meisten noch wichtiger wie das Stricken.
Die Puschen sammeln wir für einen Bazar-grins, für nächstes Jahr-dat dauert.. ;) ich bin noch nicht so lange dort..
Es wird sich immer ganz süß bedankt für die schöne Zeit, die immer so schnell vorbeigeht, wenn man was zu tun hat.
Ich finde die Gruppe gut! :)

lg bell

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