Stellenwert der sozialen Betreuung

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15 März 2010 08:46 - 19 März 2010 10:51 #7953 von Tomsta
Stellenwert der sozialen Betreuung wurde erstellt von Tomsta
Hallo ich arbeite seit 3 Jahren in einem Pflegeheim. Meine Arbeitszeit beträgt 25 Std die Woche und ich bin allein für die soziale Betreuung zustädig. Bei unserem Pflegeheim handelt es sich um ein Heim mit 80 Plätzen.
Nach den relativ neuen Prüfungen die der MDK macht, die einen besonderer Stellenwert auf soziale Betreuung und Betreuung von Demenzerkrankten legen. Frage ich mich wie ich das schaffen soll alle Kriterien zu erfüllen. Ich mache derzeit an 5 Tagen die Woche Gruppenangebote. Zusätzlich Balance und Krafttraining an zwei Tagen. An Einzelbeschäftigung ist kaum zu denken. Kleingruppen und 10-Minuten Aktivierung sind schon noch drin, aber nicht in einem befridigenden Umpfang.
Meine Frage:
Wie sieht das bei euch aus?  Mitarbeiter und Stundenzahlen?
Betreuungskräfte/Präsenzkräfte? Eigene Abteilung?
Bitte Bewohnerzahlen nicht vergessen.

Lest das hier nicht nur mal eben über, schreibt doch mal. Ich werde die Ergebnissen auch zusammenfassen und hier veröffentlichen

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15 März 2010 11:51 #7955 von starjaune
starjaune antwortete auf Stellenwert der sozialen Betreuung
hallo tomsta,

also ich kann durchaus verstehen, dass dud ich überfordert fühlst. ich selbst habe bis vor kurzem in einem altenheim mit 96 bewohnern gearbeitet und rückblickend war der personalschlüssel ein traum. wir waren 2 vollzeit-ergotherapeuten (früh- u. spätschicht) und dazu noch 3 betreuungskräfte (stunden weiß ich nicht genau..ich glaub 2x 30 und 1x 20). und selbst da blieb nicht immer zeit, sich um jeden einzelnen bewohner zu kümmern!
wenn du alles schaffen sollst, was da verlangt wird, dann brauchst du ne volle stelle. gerade durch das kraft- und balancetraining, das ja regelmäßig gemacht werden muss, geht dir ja viel zeit verloren (auch durch vor- und achbereitungen).
wie siehts denn bei euch mit §87b aus? könnt ihr da niemanden bekommen?

ich wünsch dir viel kraft für die kommende woche!

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16 März 2010 10:14 #7960 von Nadja Busch
Nadja Busch antwortete auf Stellenwert der sozialen Betreuung
Hallo tomsta,
ich kann deine Bedenke sehr gut nachvollziehen, jedoch bist du für die personelle Situation nicht verantwortlich.

Sprich das Thema bei deinen Vorgesetzten an. Sage offen und ehrlich das du mit 25 Stunden für 80 Bewohner (macht ca. 20 Miuten Pro Bewohner ohne das du Dokumentation/Organisation und die vorgeschriebenen Teamsitzungen wahrgenommen hast, sprich 10 bis 15 min pro Bewohner) die Vorgaben des MDK nicht erfüllen kannst und wie die Heimleitung das Problem lösen möchte.
Es gibt drei Lösungsmöglichkeiten:
1. alles bleibt wie es ist - der Stellenschlüssel bleibt bestehen und die Prüfung enthält Kritikpunkte ohne Ende
2. Unterstützung durchs Pflegeteam - der Stellenschüsse bleibt und die Pflege übernimmt Teilaufgaben in der Betreuung, welche ins Konzept mit aufgenommen werden z.B. Basale Stimulation, Spaziergänge, 10-Minuten Aktivierung usw.
3. Erweiterung der SB - neue Mitarbeiter werden eingestellt und somit können mehr Angebote gemacht werden

Für eine schlechte Bewertung der Betreuung bist du nicht verantwortlich wenn, die Heimleitung zu wenig Personal zwecks Erfüllung der Vorgaben einstellt.

Liebe Grüße sendet
Nadja

"Damit das Mögliche entsteht,
muss das Unmögliche versucht werden."
                                          (Hermann Hesse)

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16 März 2010 18:40 #7962 von Silke41
Silke41 antwortete auf Stellenwert der sozialen Betreuung
Hallo tomsta,
wie sieht es denn bei Euch aus? Wieviel Bewohner mit erhöhter eingeschränkter Alltagskompetenz ( laut §87b) habt ihr denn? Soviel ich weiß, steht einem Pflegeheim bei 25 Bewohnern mit der erhöh. eingeschr. Alltagskompetenz eine volle Stelle eines Betreuungsassisten nach §87b zu. In unserer Einrichtung (52 Bew.) haben wir zur Zeit 19 Bew. mit diesem Kriterium und einen Betreuungsassistenten mit einer halben Stelle (20STD.)
Liebe Grüße,Silke

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16 März 2010 22:19 #7963 von Mottchen
Mottchen antwortete auf Stellenwert der sozialen Betreuung
Hallo,
also ich würde mir an Deiner Stelle den Schuh nicht anziehen. Deine Vorgesetzten sind zuständig dir einen Rahmen zu bieten in dem Du die geforderten Aufgaben schaffst.

Ich habe mich auch immer verrückt gemacht und immer 150% gegeben! War alleine für 75 Bewohner zuständig. Daraus resultierte im Privatleben Müdigkeit, Lustlosigkeit und Energielosigkeit, dann ein Tinitus und später kam ein Hörsturz dazu.

Und wen bringt das weiter? Weder Dich, noch die Bewohner, noch deinen Chef oder dem MDK...

Also mach dich nicht verrückt, sprich mit deinem Vorgesetzten und wenn sich nichts ändert dann achte darauf, dass Du nur so viel Energie in die Arbeit steckst, wie Du auch verträgst! Der Rest der Arbeit bleibt liegen... Wenn Du immer alles schaffst, wie sollen andere sehen, dass es zu viel Arbeit ist?

lg
Mottchen

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18 März 2010 19:23 #7974 von Mone
Hallöchen zusammen!
Mir geht es genauso. Ich habe eine 20 Std. Stelle und meine Kollegin im SD auch. Aber ich sage oft, wie soll ich das alles schaffen, hilfe die Arbeit frißt mich auf und das Privatleben leidet doch häufig, man nimmt sich arbeit mit nach Hause, MMST, Biographie und bereitet Wohngruppenstunden / Angebote vor, fühle mich oft, am Ende der Woche als ob ich 100Std in der Woche gearbeitet habe, Lustlos, Müde und Motivationslos und dann denke ich mir HALT Du hast doch nur eine 20 Std. Stelle und dann bist Du so ko.
Aber wenn man die Aufgaben sieht die ich zu machen habe, macht man einiges nur oberflächlich und wenn man was daran ändern möchte wird einem nur gesagt, das man etwas an seiner Arbeitseinstellung ändern muß, das unser Job als Ergo eine Berufung ist, man soll sich besser organisieren etc.
Meine Aufgaben sind
Mahlzeitenbetreuung mit Tische eindecken usw.
Anreichen,
10 Min Aktivierung
Basale Stimulation
Snoezeln,
Aktiveirung in der schwerdementen Wohngruppe
Aktivierung in der Wohngruppe
Dokumentation
Ausflüge
Betreuung von Veranstalltungen
Angehörigenarbeit
Ich habe 36 Bew. und ich fühle mich echt manchmal hilflos überfordert. Ich mache meinen Job wirklich gerne, aber wie lange ich es in diesem Haus noch weiter aushalten werde, sicher nicht mehr lange
LG

Lieben Gruß Mone

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18 März 2010 22:22 #7978 von Anonymous
Anonymous antwortete auf Stellenwert der sozialen Betreuung
Hallo
ich bin gerade in der Ausbildung zur Fachkraft Betreuung dementer - SGB XI §87b -
Kann euch darum eines sicher sagen...
Für stationär (also im Heim) untergebrachte Demente MUSS 1 Fachkraft pro 25 BW eingestellt werden. Diese ist dann aber ausschließlich für die Einzelbetreuung zuständig. Keine Gruppen u.ä.
Kleingruppen von 3-4 BW sind als Einzelbetreuung abrechenbar.

Im ambulanten Bereich ist ein Betrag von € 100,- möglich. Für Stufe I + II. Stufe III erhält € 200,-. Die Demenz muß von den Kassen anerkannt sein.
Möglich am einfachsten indem pflegende Angehörige eine Doku schreiben. Muß nicht so ausgefeilt sein wiee in Heimen, halt zu erkennen wobei, wie oft, wie "stark" und wann ein Mensch Unterstützung braucht.

Als  sog. §87b werden, außer extra geschulten Personen, examinierte Altenpfleger/innen, examinierte Heilerziehungspfleger/innen u.ä. anerkannt.
Gruß Tina

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19 März 2010 10:47 #7979 von Tomsta
Tomsta antwortete auf Stellenwert der sozialen Betreuung
Vielen Dank für die Antworten.
Was mich interessieren würde:
Was für ein Stundenkontingent habt ihr bei euch bei wie vielen Bewohnern??? 
Bei Starjaune war das schön zu lesen 96 Bewohner auf insgesamt 155 Wochenarbeitsstunden (ein Traum). da kann man doch was schaffen.

Und lauft ihr auch alle mit über den Pflegeschlüssel. Das ist doch eine Form von Missachtung unserer Arbeit. Die soziale Betreuung müsste doch in meinen Augen eine eigene Abteilung sein mit eigenem Stellenschlüssel. Bei den Prüfkriterien machen wir in der sozialen Betreuung 50% der Benotung aus. Die Note der Bewohnerbefragung fließt in die Gesamtnote garnicht mit ein. Das heißt, dass ein sehr großen Teil "Bild nach außen" durch die Veröffendlichung der Bewertungen durch den MDK auf unseren Schultern liegt. Wie ist das bei Euch??? Was ist eure Meinung???

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20 März 2010 18:49 #7982 von Raupe
Raupe antwortete auf Stellenwert der sozialen Betreuung
Hallo zusammen,
zum mdk, naja an der pflege hängt schon einiges, bei den neuen mdk richtlinien, einiges greift mit in unsere Arbeit, aber das kommt vielleicht darauf an, was ihr als ergo`s in eurer Stellenbeschreibung stehen habt, und demzufolge alles erledigen müsst, ich hab vorhin gelesen, jemand deckt den Tisch mit, ich glaub "Mahlzeitenbetreuung" nannte man das...sowas müssen wir bei uns nicht machen, bzw. sollen es auch nicht, unsere Hauptaufgabe ist Esstraining oder teilweise anreichen der Nahrung. Ich denke das kommt vielleicht darauf an, wo eure PDL die Grenze zwischen Pflege- und Ergo-Aufgaben gezogen hat??

LG

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22 März 2010 23:27 #8005 von Anonymous
Anonymous antwortete auf Stellenwert der sozialen Betreuung
Für Betreuung nach SGB XI §87b gilt ---
1 Fachkraft für 25 BW / i.d.R. 39 Wochenstunden
Ergibt ein wöchentliche Betreuung von ~ 1,5 Std. pro BW
Zieht man die Zeit für Doku und Vorbereitung ab, ist etwa 1Std. in der Woche realistisch.
Allerdings sagt keine Bestimmung, daß bei Erreichen der 25 BW SOFORT eine zweite Kraft eingestellt werden muß.
Tina

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