COPM bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz?

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21 Juni 2011 10:35 #10413 von hirose
Hallo,
ich arbeite als FM einer Ergopraxis in einem Seniorenheim. Gruppenangebote für die noch fitten Bew.gibt es von der fest angestellten Ergo und dem Sozialdienst. Zwei Kolleginnen und ich kümmern uns auf ärztliche VO um die schwer betroffenen Bew., und das u.U. jahrelang.
Kürzlich hörte ich, dass es in anderen Heimem üblich ist, dass Ergos nur eine Anstoss-Funtion haben, also nach gründlicher Evaluation Pflege und Alltagsbegleiter auf geeignete Maßnahmen im Umgang mit der Bew. hinweisen und sich somit selbst überflüssig machen.
Da die Koop. mit uns Externen aber sehr zu wünschen übrig lässt, sowohl vom Haus aus, als auch mit den Angehörigen, sehe ich nicht, wie eine klientenzentrierte Zielsetzung un -verfolgung im klassischen Sinne zustande kommen könnte.
Wie sind Eure Erfahrungen?

gruß
hirose

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21 Juni 2011 11:05 #10414 von Anonymous
Hallo,
ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die externen Therapeuten überflüssig machen. Sicher kann man internes Personal anleiten oder gemeinsam an einem Ziel arbeiten, aber ein Nichttherapeut kann keine Einzeltherapie ersetzen und es fehlt wirklich die Zeit dazu.
Auf der anderen Seite frage ich mich auch manchmal, warum bekommen zum Beispiel BW jahrelang Esstraining und es wird einfach nur Nahrung gerreicht, manchmal von zwei Therapeuten, die sich dabei auch noch privat unterhalten - arbeitet denn jeder zielgerichtet ? lg

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22 Juni 2011 19:42 #10420 von majati
Deine Thread- Frage implizierte bei mir, ob und wie COPM bei fortgeschrittener Demenz möglich ist....

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es 1. schwierig ist, Ziele von Betroffenen zu formulieren, weil es ja weniger darum geht, etwas wieder zu erlernen oder zu verbessern sondern etwas zu erhalten/ Wohlbefinden zu schaffen
und dass 2. bei Unfähigkeit des Klienten, seine Wünsche/ Ziele zu äußern Angehörige Ziele formulieren, die aber IHRE sind und nicht unbdingt die der Betroffenen. Das COPM ist daher nicht immer optimal, gerade im letzten Demenzstadium.

Dein im Text geschildertes Problem kann ich z.T. bestätigen. Auch ich bin FM, und es ist nicht ganz einfach, als "Externe" in Einrichtungen zu kommen, da dort schon "ansässige" Ergos ( ja auch zu Recht!) und Betreuungskräfte die Betreuung übernehmen. Die Kooperation von Einrichtungen mit externen Ergos ist nach meiner Beobachtung eine Frage des Gesamtkonzeptes und der Einstellung der Einrichtung.

Neues von außen einzubringen, ist daher nicht einfach. Gerade, wenn es um Erleichterungen geht, die aber zunächst etwas Mehraufwand bedeuten. Klientenzentriertes Arbeiten ist etwas Neues, da es auch mit der Veränderung von Machtverhältnissen zu tun hat: einem Klienten wird Entscheidungsfreiheit zugesprochen; so etwas kann mit herkömmlichen Pflegekonzepten kollidieren. Und auch länger ansässige Ergos in Einrichtungen werden bestätigen, dass das Einbringen neuer Ideen und Konzepte nicht immer gewünscht ist oder aber über Jahre dauert.

Also, Geduld haben und nicht aufgeben!  :)

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25 Juni 2011 21:38 #10441 von Anonymous
Hi,

ich denke auch, dass eine Kooperation zwischen den verschiedenen Berufsgruppen sehr abhängig von der Leitungsebene ist. Seit 4 Jahren arbeite ich in einem Pflegeheim und stelle immer wieder fest, wie viel Möglich ist, wenn die Leitung hinter dem Konzept bzw. der Zusammenarbeit steht und wie viel eben nicht.
Ich kann mich meiner Vorschreiberin  anschließen, Geduld haben, immer wieder bei der Leitung die Wichtigkeit der Kooperation ansprechen, auch über Konzepte informieren und nicht aufgeben!!!

Viele Grüße

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06 Dez. 2011 23:01 #11264 von evan
Ich habe als Externe den Beschäftigungsbereich aufgebaut und bin dort seitdem Teamleiterin - ohne Probleme.

Wenn ich hier alles so lese, herrschen bei uns sowieso paradiesische Zustände  :D

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