Mitglieder des BrOT-MovementZwei amerikanische Ergotherapie-Schüler haben angesichts eines Frauenanteils von 92 Prozent die Initiative BrOT - "Brothers in Occupational Therapy" gegründet, um mehr männliche Kollegen zu gewinnen. Könnten die auch in Deutschland die Ergotherapie aus der Deckung führen? Stimmt ab!

Nicht nur für Frauen

Josh Springer und Houman Ziai sind die Gründer der von vielen weiblichen Mitgliedern unterstützen BrOT-Bewegung. Ihr Ziel: ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis. Denn wie die meisten sozialen Berufe ist auch die Ergotherapie in den USA von einem hohen Frauenanteil gekennzeichnet. Junge Männer haben oft nie von diesem Beruf gehört.

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Alle profitieren von einer höheren Männerquote

Dabei können junge Männer laut AOTA-Funktionär Dr. Neil Harvison nur gewinnen: "Der hohe Frauenanteil eröffnet Jungs, die sich für Ergotherapie entscheiden, eine Menge Möglichkeiten." Auch die Klienten in der Geriatrie profitieren, glaubt Ergotherapie-Schüler Greg Carden: "Ein männlicher Klient wäre etwas entspannter, wenn ihm ein männlicher Ergotherapeut beim Toilettengang hilft." Ingesamt kann die Disziplin Ergotherapie noch erfolgreicher werden, wenn diese Berufsgruppe dieselbe Vielfalt aufweist wie ihre Klienten, so die Mitglieder der BrOT-Bewegung.

Helfen Männer der Ergotherapie aus der Defensive?

Ein weiterer, ganz simpler Grund spricht für mehr Männer in der Ergotherapie: Oft schreiben weibliche Mitglieder im EbeDe.net-Forum, dass sie gegängelt werden von den Kollegen angrenzender Disziplinen oder von Vorgesetzten wie der Pflegedienstleitung. Wie oft war im Forum schon von unfairen Arbeitsbedingungen zu lesen, die schicksalsergeben geschluckt werden? Nicht selten suchen betroffene Ergotherapeutinnen Fehler bei sich selbst und geloben am Ende noch bessere Integration.

Fehlt es nicht genau hier an männlichen Ergotherapeuten, die einfach mal mit der Faust auf den Tisch hauen - sei es im Affekt oder aber im Bewusstsein des Werts ihrer Tätigkeit am Menschen. Hilft hier die größere Dominanz, die Männern zugeschrieben wird, um den Dialog wieder auf Augenhöhe zu heben? Klar, das können und machen auch Frauen. Aber vielleicht fühlen die sich gestärkt, wenn männliche Berufsgenossen schmerzbefreit in die Bresche springen.

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Quelle: UAB School of Health Professions

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