Eine Seniorin reinigt ihre Brille.Therapie bei einer fortschreitenden Erkrankung wie Alzheimer wird immer wieder sowohl von Ärzten als auch von Angehörigen sehr in Frage gestellt. Hierauf müssen wir eine Antwort geben und dazu soll auch dieses Forum dienen. Sicherlich sind einzelne Probleme in der alltäglichen Arbeit mit demenzkranken Menschen zu erörtern, aber mehr noch kommt es darauf an, dass wir einen ganzheitlichen Ansatz für alle Ergotherapeuten entwickeln.

Warum Ergotherapie?

Inzwischen existieren viele Therapieangebote wie zum Beispiel Musiktherapie und Physiotherapie speziell für demenziell erkrankte Menschen. Alle Therapieformen gemeinsam sind gut für den kranken Menschen, aber welche Argumente sprechen nun gerade für die Arbeit der Ergotherapeuten? Was bedeutet Ergotherapie für die Arbeit mit demenziell erkrankten Menschen?

Zugänge jenseits von Kognition?

BuchstabenwürfelZunächst muss natürlich abgeklärt sein, ob es sich um eine primäre oder sekundäre Demenzerkrankung handelt, denn die Therapieansätze unterscheiden sich beträchtlich. Die sekundäre Demenzerkrankung schreitet meistens nicht fort, es sei denn, es handelt sich um ein bösartiges Tumorgeschehen. Die primäre Demenzerkrankung ist aber immer progredient. Was können wir als Therapeuten dann noch tun, wenn die Krankheit unweigerlich voranschreitet? Sollen wir versuchen, durch Gedächtnistraining den Verlust des Gedächtnisses aufzuhalten? Ist das überhaupt möglich? Wo kann die Ergotherapie bei dieser den ganzen Menschen umfassenden Erkrankung sonst noch außerhalb der Kognition ansetzen? Wie lässt sich überhaupt ein Zugang zu den oft sehr schwer betroffenen Menschen finden?

Herausbildung eines Wissens über Demenz

Um diese und andere Fragen beantworten zu können, muss jeder zunächst sein eigenes Wissen über die Demenzerkrankungen verfestigen. Was wissen wir von der Demenzerkrankung? Was lernen wir in der Ausbildung über Demenz? Können wir diese Ansätze in der Praxis auch wirklich anwenden? Beobachten und Analysieren prägen die Arbeit der Therapeuten nicht unwesentlich.

Die Verfassung des Individuums: Ausgangspunkt jeder Therapie

Senior schneidet Kuchen mit einem Taschenmesser.Wichtig ist außerdem die Frage: Wo arbeiten wir mit demenziell erkrankten Menschen? Im Heim, in Wohngruppen, in einer Tagesklinik, in der geriatrischen Reha oder in einem psychiatrischen Krankenhaus? Gehen wir aus einer Praxis in die Häuslichkeit und führen Einzeltherapie durch oder haben wir die Möglichkeit, in Gruppen zu arbeiten? Als entscheidendes Kriterium für die Durchführung einer Therapieeinheit dient der individuelle Zustand des kranken Menschen. In welchem Stadium befindet er sich, besitzt er noch Handlungsplanung oder die Fähigkeit, eingeübte Tätigkeiten durchzuführen?

Für eine wissenschaftlich fundierte, eigene Praxis der Ergotherapie

Oft arbeiten wir mit den kranken Menschen, indem wir unserer Intuition folgen, was keineswegs falsch sein muss. Dennoch bedarf es allmählich einer fundierten Basis. Wir haben es mit einer neurologischen beziehungsweise neuro-degenerativen Erkrankung zu tun. Das sollte uns bewusst sein. Viel Wissen und viele Möglichkeiten aus der Neurologie helfen uns, den demenziell erkrankten Menschen besser durch die Ergotherapie zu erreichen. Als Ergotherapeuten verfügen wir über eine große Palette eigener Therapieansätze, die wir auch umsetzen sollten.

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