DamalsSpielBerufe240© Wehrfritz GmbHBestimmt kennt ihr das auch: Mehrmals im Jahr flattern Kataloge verschiedener Firmen in eure Einrichtung und bieten eine Vielzahl therapeutischer Spiele an. Sich da für das Richtige zu entscheiden fällt schwer. Jana Niehof hat das Spiel "Berufe 1940-1970" aus der "Damals-Reihe"  von Wehrfritz für euch ausprobiert, da sie gern biografieorientiert arbeitet.

 

Spielausstattung

Das Spiel besteht aus 18 schwarz-weißen Fotokarten aus starkem Karton mit Berufsbildern aus den Jahren 1940-1970 in großem ansprechendem Format (18 x 27 cm). Zu jeder Berufekarte gibt es drei passende kleine farbige Bildkarten (9 x 9 cm). Diese Karten zeigen berufstypische Handlungen, ein zum Beruf gehörendes Werkzeug sowie handwerklich hergestellte Produkte.

Einfach losspielen und sich von den Teilnehmern überraschen lassen

Der Einsatz der Spielkarten ist vielseitig, der Gruppenleiter kann das Spiel somit  individuell an die Ressourcen und Defizite der Teilnehmer anpassen. Sowohl die Berufekarten als auch die Bildkarten kann man in der Gruppe als auch in der Einzeltherapie einsetzen. In beiden Anwendungsfeldern weckt das Spiel Erinnerungen und regt die Kommunikation und die Interaktion an. Schon der alleinige Einsatz der ansprechenden schwarz-weiß Fotos animiert die Teilnehmer zu Gesprächen, sodass man die ergänzenden Bildkarten nicht in jeder Therapieeinheit benötigt. Sollen die Teilnehmer jedoch im Rahmen eines biografieorientierten Gedächtnistrainings Berufe erraten, eignen sich die Bildkarten sehr gut, damit die Teilnehmer anhand der dargestellten Merkmale die Berufsbilder zuordnen. Eine beigelegte Anleitung gibt Tipps zur Spielweise, aber der kreative Betreuungsmitarbeiter benötigt diese nicht, da viele Ideen zum Umgang mit den Karten schon beim Betrachten und in der Vorbereitung zur Therapieeinheit entstehen. Das Spiel allein bietet schon eine Menge kreative Einsatzmöglichkeiten, stellt aber auch eine sehr gute Grundlage dar zum Hinzuziehen von ergänzendem Material (Texte zu alten Berufen, Lieder, Sprichwörter usw.).

Das Berufsleben ist eine sehr prägende Zeit und spielt oft auch noch im Alltag der Senioren eine große Rolle. "Berufe 1940-1970" lässt Erinnerungen aufkommen und ermöglicht den Austausch über Erlebnisse. Neben typisch "männlichen Berufen", wie Maurer oder Hufschmied, greift das Spiel auch "weibliche Berufsbilder" und Tätigkeiten auf, z. B. Krankenschwester oder Frauen bei Haushaltstätigkeiten (Wäsche waschen). 

Test bestanden!

Das Spiel testeten eine Ergotherapeutin und Alltagsbegleiter in Gruppen- und Einzelsituationenin in einem Seniorenheim mit 201 Bewohnern in unterschiedlichen Stadien der Demenz. Die Gruppengröße variierte von 3 bis 15 Personen, die Spielversionen unterschieden sich bedingt durch Ressourcen und Defizite der Bewohner, wobei die Mitarbeiter nie alle Karten sondern immer eine Auswahl der Foto- und Bildkarten einsetzten, um eine Überforderung zu vermeiden. Das Ergebnis war in allen Situationen dasselbe: es herrschte eine entspannte und gelöste heitere Atmosphäre sowie eine rege Teilnahme der Bewohner am Gesprächsverlauf. Lediglich eine Bewohnerin hatte Schwierigkeiten die abgebildeten Bilder auf der schwarz-weißen Fotokarte zu erkennen.

Fazit

Der Preis von 44,50 € ist gerechtfertigt, denn die Foto- und Bildkarten sind groß, stabil auf hochwertigem Karton und in sehr guter Qualität. Das Spiel bietet viele Möglichkeiten zum täglichen Einsatz in der Geriatrie und ist damit eine sinnvolle Ergänzung zu bereits vorhandenem Therapiematerial.

Damals "Berufe 1940-1970" kostet 44,50€ und ist bei "Wehrfritz" erhältlich (direkt bestellen unter www.wehrfritz.de, Bestellnummer: 146395-32)

Jana-Niehof-120pxZur Gastrezensentin

Jana Niehof ist 27 Jahre alt und seit 2009 Diplom-Ergotherapeutin. Ihre Ausbildung hat sie an der Europa Fachhochschule Fresenius Idstein absolviert und anschließend in Zwickau studiert. Aktuell arbeitet sie in einem Seniorenheim mit 201 Bewohnern sowohl auf einem gerontopsychiatrischen Bereich mit schwer dementiell veränderten Bewohnern als auch auf einem offenen Bereich mit vielen rüstigen Senioren.

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