beruferaten_deckel_600hDa die meisten Menschen im Mittelalter nicht lesen konnten, war es wichtig, an Werkstätten und Geschäften durch Symbole kenntlich zu machen, um welches Gewerbe es sich jeweils handelt. Helmut Schmidt hat in Zusammenarbeit mit der Parkinson Selbsthilfegruppe Bad Kreuznach und der Deutschen Parkinson Vereinigung e. V. ein Spiel entwickelt, das an diese alte Tradition anknüpft. Die Spieler müssen unterschiedliche Berufe durch historische oder moderne Zunftzeichen erraten. In unserem Praxistest erwies es sich als unterhaltsam und therapeutisch wertvoll für Jung und Alt.

Spielausstattung

Ein Spielsatz besteht aus insgesamt 108 laminierten Kärtchen, auf denen die Wappen der zu erratenden Berufe abgebildet sind. Jeweils 36 Kärtchen gehören zu den Kategorien historische Zunftzeichen, moderne Zunftzeichen oder realistische Berufsbilder. Die dritte Kategorie bildet eine Möglichkeit zur Vereinfachung des Spiels, da sie nicht abstrakte Symbole, sondern die Ausübung der einzelnen Berufe darstellen. Die vier Spielfelder, auf denen die Teilnehmer ihre Karten ablegen, bestehen aus laminierten DIN-A4-Kartons, auf denen je neun leere Felder mit den zu suchenden Berufsnamen aufgedruckt sind. Außerdem gehören zum Lieferumfang eine Begleitbroschüre, sechs Lösungsblätter für die einzelnen Symbole sowie eine Spielbeschreibung und ein Wörterset.

Spielablauf

Inhalt des SpielkartonsDas Spiel kann allein oder in Gruppen gespielt werden. Jeder Spieler oder jede Gruppe erhält mehrere Bildkarten sowie ein oder mehrere Spielfelder. Die Bildkärtchen sollen die Spieler nun nacheinander den passenden Feldern auf der Ablegetafel zuordnen. Ein Zunftzeichen, das den Beruf der Maler abbildet, gehört somit auf das leere Feld auf dem Spielplan, unter dem "Maler" steht. Ziel ist es, alle Bildkarten auf den leeren Feldern zu verteilen. Die Teilnehmer treten wahlweise gegeneinander oder auch miteinander an. So könnte derjenige Gewinner sein, der am schnellsten alle Karten zugeordnet hat. Die Begleitbroschüre, die Informationen zu den einzelnen Berufsbildern liefert, kann während des Spiels oder hinterher vorgelesen, diskutiert oder verteilt werden.

Ziel des Spiels im Hinblick auf die Therapie

Das Spiel soll die Teilnehmer - zum Beispiel Patienten mit neurologischen Einschränkungen (Parkinson, Schlaganfall, beginnende Demenz) - spielerisch aktivieren. Sie müssen die dargestellten Bilder präzise erfassen, Unterschiede und Ähnlichkeiten erkennen und zuordnen. Die Fähigkeit der visuellen Differenzierung mit Erfassung sinntragender Details spielt eine große Rolle. Das Spiel dient als Training der Merkfähigkeit und Aufmerksamkeitsleistungen und zielt auf die Aktivierung des Langzeitgedächtnisses. Das Greifen, Drehen und Wenden der Kärtchen fördert die Feinmotorik und vor allem verschiedene Greiftechniken. Da es sich um ein sehr unterhaltsames Spiel handelt, dessen Verlauf zu regem Austausch und gegenseitiger Beratung animiert, fördert es hochgradig Kommunikation und Interaktion.

Erfahrung in der Praxis

Spielfeld mit einigen KartenDie Erfahrungen aus diversen Tests, die bereits in mehreren ergotherapeutischen und logopädischen Praxen stattfanden, haben stets zur Weiterentwicklung und Verbesserung des Spiels geführt. Es zeigte sich, dass es für unterschiedlichste Patientengruppen geeignet und der Einsatzbereich somit vielfältig ist. Bei zunehmender Einschränkung des Patienten lässt sich der Schwierigkeitsgrad durch die Wahl geeigneter Kategorien und die Anzahl verwendeter Spielfelder variieren. Die kompletten Materialien sind laminiert und somit abwischbar und hygienisch. Das Material ist leicht und bereitet im Praxisalltag keine Transport-Schwierigkeiten. Es eignet sich hervorragend, um die oben genannten Ziele zu verfolgen und die Kompetenzen des Patienten zu verbessern. Die Patienten und Therapeuten stimmten nach den Tests ausnahmslos überein, dass es sich um ein geeignetes und passendes Spiel auch für den therapeutischen Einsatz handelt.

Fazit

Helmut Schmidt hat ein sehr schönes, interessantes und empfehlenswertes Spiel erarbeitet, das derzeit noch in der Erprobungs- und Entwicklungsphase steckt. Eine begrenzte Anzahl von fertigen Spielsätzen ist aber bereits für jeweils 25 Euro plus 3 Euro Versandkosten über Herrn Schmidt erhältlich. Wer sich für das Spiel interessiert oder als Sponsor unterstützen möchte, kann sich somit direkt an den Erfinder wenden. Für Verbesserungsvorschläge und Kritik ist er stets dankbar und bereit, sie in der weiteren Entwicklung seines Spiels umzusetzen.

Kontakt

Helmut Schmidt
Im Kirschgarten 31
55411 Bingen
Tel.: 06721 46650
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