Mottobild EbeDe.net-UmfrageIn unserer letzten Online-Umfrage wollten wir von den Mitgliedern wissen, ob ihnen ihre Arbeitgeber Fortbildungen bezahlen. Insgesamt 82 Personen nahmen innerhalb von fünf Wochen an der Umfrage teil. Das Ergebnis zeigt, dass nicht einmal jeder Zweite vom Arbeitgeber eine Fortbildung pro Jahr vollständig finanziert bekommt.

Mit rund 43 Prozent (35 Personen) nimmt der Anteil derer, die mindestens eine Fortbildung im Jahr vollständig finanziert bekommen, den größten Anteil der Befragten ein. Weiteren 22 Personen (fast 27 Prozent) bezahlt der Arbeitgeber eine Fortbildung im Jahr teilweise und 25 Personen (etwa 30 Prozent) müssen für die gesamten Kosten selbst aufkommen.

Balkendiagramm

Warum die geringe finanzielle Unterstützung?

Ein Grund für die geringe Investition in Fortbildungen liegt eventuell in den begrenzten finanziellen Möglichkeiten vieler sozialer Einrichtungen, besonders der Ergotherapiepraxen. Handelt es sich um große Firmen mit privatem Träger, die viele Zusatzdienste anbieten, den die Patienten aus eigener Tasche zahlen, besteht eher die Möglichkeit, eine Fortbildung finanziert zu bekommen.

Auswirkung für Ergotherapeuten

Ergotherapeuten können ohne die finanzielle Unterstützung vom Arbeitgeber häufig keine Fortbildungen absolvieren, da sie keine Großverdiener sind und Fortbildungen viel Geld kosten. Arbeitgeber legen bei der Personalauswahl auf nebenberufliche Fortbildungen allerdings viel Wert und deshalb haben Ergotherapeuten ohne Fortbildungen größere Schwierigkeiten, eine Arbeitsstelle zu finden. Fortbildungen sind für Ergotherapeuten in der Geriatrie besonders wichtig, da sich die Ergotherapie in diesem Bereich rapide weiterentwickelt und Ergotherapeuten über die neusten Verfahren und Veränderungen der Behandlungsmethoden Bescheid wissen sollten, um qualitativ hochwertige Arbeit zu leisten.

Wer verdient Förderung?

Die Umfrage hat nicht ermittelt, in welchem Umfang die Personen als Ergotherapeuten tätig sind. Bei einem Arbeitnehmer mit einem 400-Euro-Job investiert der Arbeitgeber wahrscheinlich weniger Geld in Fortbildungen als bei einem Arbeitnehmer mit einer Vollzeitstelle. Aufgrund der kurzen Arbeitszeit kann er nur wenig durch die neuen Erkenntnisse des Mitarbeiters profitieren.

Des Weiteren hat die Umfrage nicht berücksichtigt, ob sich die Personen in der Probezeit befinden. Eine finanzielle Förderung in der Probezeit ist für den Arbeitgeber nicht sinnvoll, da die langfristige Anstellung des Arbeitnehmers nicht feststeht und die Einrichtung womöglich nur kurze Zeit von dem neu erworbenen Wissen durch die Fortbildung profitiert.

Fazit

Arbeitgeber tun sich selbst einen Gefallen, wenn sie die Fortbildung ihrer Ergotherapeuten finanziell unterstützen: Schließlich trägt das zur Zufriedenheit des Arbeitnehmers und zur besseren Qualität seiner Arbeit bei. Davon hängt nicht zuletzt auch die Zufriedenheit der Kunden ab. Dem Arbeitnehmer sollten andererseits die Grenzen des finanziell Machbaren bewusst sein.