Autor Thema: Snoezelen  (Gelesen 4573 mal)

Offline Julius

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Snoezelen
« am: 15.03.2008, 12:41 »
Hallo, ich Suche nach neuen Ideen für die Nutzung des Snoezelen Raumes. Ich arbeite vor allem mit schwerstdementen Menschen in einer Senioreneinrichtung.
Julius

Offline Jana

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Re: Snoezelen
« Antwort #1 am: 15.03.2008, 19:14 »
Hallo Julius!

Ich habe eigentlich nur schlechte Erfahrungen mit dementen Personen im Snoezelraum gemacht. Generell finde ich die Idee des Snoezelns toll, aber ich habe oft erlebt, dass Patienten Angst haben. Vielleicht liegt es aber auch  daran, dass der Snoezelraum ungünstigerweise im Keller war... :-\ (Keller --> Erinnerung an Krieg und Bunker...)

Wie nutzt du denn den Snoezelraum zur Zeit bzw. was willst du verändern? Vielleicht hab ich ja trotz meiner schlechten Erfahrungen einen Tipp für dich...

Liebe Grüße!
Jana

Offline Julius

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Re: Snoezelen
« Antwort #2 am: 15.03.2008, 19:29 »
Hallo Jana,
wir haben den Snoezelen Raum erst seit einer Woche. Bisher hab ich diesen nur in Anspruch genommen, um zwei hochdemente Menschen auf dem Wasserbett zu lagern, bei einer angenehmen Entspannungsmusik. Diese sind beide nach kurzer Zeit eingeschlafen.
Ansonsten möchte ich den Raum auch nutzen, um Einzeltherapien, z.B.  basale Stimulation darin durchzuführen.
Wäre also für jegliche Tipps dankbar!
Viele Grüße,
Julius

Offline Jana

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Re: Snoezelen
« Antwort #3 am: 16.03.2008, 17:34 »
Hallo Julius!

Wie ist denn die Ausstattung im Raum?

Ich kann dir ja mal schreiben, was es in unserem Snoezelraum gab:
- Wasserbett (beheizt)
- Dia - Projektor über den man tolle Dias und auch sich  bewegende Bilder   
  an die Wand werfen konnte (Urwald, Schmetterlinge, Wolken)
- zu den Dias konnte passende Musik gespielt werden (Waldgeräusche..)
- Wassersäulen
- großer bequemer Sessel
- Schaukelstuhl

Mehr fällt mir im Moment nicht ein.
Rückblickend muss ich sagen, dass der Raum sehr überladen und voll war und somit schnell eine Reizüberflutung verursachen konnte.

Die Idee, basale Stimulation und Snoezelen zu verbinden, finde ich gut. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man sich hinter den dementen Bewohner setzt, wenn dieser auf dem Wasserbett liegt (Oberkörper des Bewohners an deinem Oberkörper). Im Hintergund kann Entspannungsmusik laufen und man atmet gemeinsam, spürt die Nähe des anderen und kommt zur Ruhe. Snoezelen ist ja zusammengesetzt aus den 2 Wörtern "snuffelen" und  "doezelen", was ja übersetzt so viel heißt, wie dösen oder schlummern. Ich würde deshalb kein "anstrengendes" Programm planen.
Denkbar ist auch eine Nestlagerung auf dem Bett, um Körpergrenzen spürbar zu machen oder Kirschkernkissen o.ä. auf Arme oder Beine zu legen. Aber all das ist eben auch abhängig vom Patienten und welches Ziel du mit ihm verfolgst.

Schönen Sonntag noch und liebe Grüße!
Jana

Offline Jana

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Re: Snoezelen
« Antwort #4 am: 16.03.2008, 18:21 »
Hallo Julius...

....ich bin`s nochmal, hab vorhin vergessen, dir ein Buch zu empfehlen:

Jan Hulsegge, Ad Verheul

"Snoezelen - Eine andere Welt"

Herausgegeben von der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V.

ISBN: 3-88617-091-8

Ich weiß nicht, ob man es im Buchhandel bekommt. Wahrscheinlich kann man es nur im Internet bestellen.

Liebe Grüße!
Jana

Offline Julius

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Re: Snoezelen
« Antwort #5 am: 16.03.2008, 23:05 »
Hallo Jana,

danke für deine ausführliche Antwort! Bei uns gibt es ein Wasserbett, einen Sessel, mehrere Matratzen, Lagerungskissen, Wassersäulen, einen Projektor und einen CD Player.
Habe gerade mal nach dem von dir empfohlenen Buch geschaut... man kann es anscheinend nur über Amazon bei Sport-Thieme bestellen und ich finde die Versandkosten von 6,40Euro ganz schön unverschämt. Aber das nur nebenbei. Ich bin noch auf ein anderes Buch der selben Autoren gestoßen und zwar "Mit allen Sinnen - Snoezelen für Menschen mit Demenz". Kennst du dieses vielleicht auch zufällig? Es wäre ja dem Titel nach noch etwas treffender.

Liebe Grüße

Julius


Offline Jana

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Re: Snoezelen
« Antwort #6 am: 17.03.2008, 17:11 »
Hallo Julius!

Das Buch kenne ich nicht, aber der Titel klingt sehr vielversprechend. Falls du es kaufst, kannst du ja mal schreiben, ob es hilfreich ist.

Ehrlich gesagt wären mir 6,40€ auch zu viel. Ich selbst habe das Buch nur geliehen, weiß also nicht, wo es gekauft wurde. Auf der Rückseite habe ich aber folgende Adresse und Telefonnummer gefunden. Vielleicht nützt es dir was und du bekommst es billiger:
Lebenshilfe
Verlag der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V.
Raiffeisenstraße 18
35043 Marburg
Tel.: 06421 / 491 - 0
Fax: 06421 / 491 - 167

Außerdem ist mir noch eingefallen:
- "schnelle Lagerung": Bei dem auf dem Rücken liegenden Patienten
  werden erst die Arme (Schulter Richtung Hand) 3 mal ausgestrichen;   
  dann die Beine. Das bewirkt sehr schnell eine starke Entspannung und
  Ruhe. Je nach Hautzustand ist der Einsatz in der Geriatrie aber vielleicht
  auch kritisch???
- Arbeit mit Düften: intensiv duftende Kräuter (Schnittlauch, Basilikum...)
  (Vielleicht ein Butterbrot mit Schnittlauch???)
- ein mit frischer Pfefferminze aufgebrühter Tee kann bei entspannender
  Musik im Snoezelraum getrunken werden

Liebe Grüße!
Jana

Offline Jana

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Re: Snoezelen
« Antwort #7 am: 17.03.2008, 17:45 »
Und wieder vergessen, dir ein Buch zu empfehlen....

Christel Bienstein, Andreas Fröhlich

Basale Stimulation in der Pflege
Pflegerische Möglichkeiten zur Förderung von wahrnehmungsbeeinträchtigten Menschen
verlag selbstbestimmtes leben

(Wahrscheinlich nur über den Verlag zu bestellen, haben eine eigene Seite)

Schönen Abend wünsch ich dir!
Jana

Offline Julius

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Re: Snoezelen
« Antwort #8 am: 19.03.2008, 15:48 »
Hallo Jana,
das Buch "Basale Stimulation in der Pflege" hab ich mir soeben bestellt. Und die anderen (Snoezelen - eine andere Welt/Mit allen Sinnen -Snoezelen für Menschen mit Demenz) bekommst man wohl wirklich nur über Amazon bzw. Sport-Thieme und muss somit die Versandkosten von 6,40€ in Kauf nehmen. Wenn ich es mir bestellt und angeschaut habe, werde ich dir berichten.
Ganz lieben Dank für deine Antworten
Julius

Ach, mich wundert übrigens sehr, dass du die Einzige bist, die mir hier zum Thema Snoezelen Tipps geben kann oder möchte... müssten sich doch eigentlich äußerst viele mit auskennen!?

Offline Jana

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Re: Snoezelen
« Antwort #9 am: 19.03.2008, 19:29 »
Hallo Julius!

Schon komisch, das nur ich immer antworte...  ;D Aber vielleicht haben die anderen auch das Problem wie ich, dass der Snoezelraum Ängste hervorruft und stattdessen mit einem mobilen Snoezelwagen o.ä. gearbeitet wird...????? Wer weiß.

Freue mich auf die Buchrückmeldung.

Liebe Grüße!
Jana

Offline Gugs

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Re: Snoezelen
« Antwort #10 am: 20.03.2008, 09:49 »
Hallo, Julius,
heute will ich auch kurz etwas zu "Snoezelen-Räumen" sagen. Die sind für dementiell erkrankte Menschen ziemlich ungeeignet. Sie kommen ja aus der Arbeit mit behinderten Menschen. Oft sind sie überladen und die demenzkranken Menschen können damit gar nichts anfangen. Für mich haben diese Räume eine "Alibi-Funktion" für den Heim-Träger. Man kann etwas sehen! Du und Jana habt das alles richtig beschrieben. Snoezelen ist nichts anderes, wie Körperwahrnehmung zu ermöglichen. Deshalb kann ich nur zustimmen, dass hier Basale Stimulation im Vordergrund steht. Man kann einige Elemente aus dem Snoezelen Raum in den Stationsalltag integrieren. Wassersäulen mit den Fischen können auf einem Flur fest verankert werden. Bänder und Schnüre können an den Handläufen angebracht werden, abnehmbare Tastplatten an den Wänden verteilt werden. Auch Körbe mit Gegenständen, die viel Information für den kranken Menschen liefern geben Basale Stimulation. Warum also so viel Geld und auch den Platz für einen Snoezelen-Raum ausgeben? Snoezelen, bzw. Körperwahrnehmungsinformationen gehören in den Alltag!
Gugs

Offline Julius

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Re: Snoezelen
« Antwort #11 am: 21.03.2008, 15:44 »
Hallo Gugs,
endlich auch mal jemand anderes der zu den Theama etwas schreibt - wie schön! Es ist sehr schade, dass du auch nur von schlechten Erfahrungen diesbezüglich berichten musst.
Wir haben in unserem Seniorenheim den Snoezelen-Raum erst neu bekommen und die Einrichtung dessen soll auch äußerst kostspielig gewesen sein. Ich bin selbst erst seit kurzem dort angestellt, von daher beruhte der Wunsch danach wohl bei meinen Kollegen.
Jetzt ist es natürlich leider so, dass der teure Raum auch genutzt werden muss...
Womit hast du denn sonst noch gute Erfahrungen bei der Arbeit mit Dementen gemacht?

Liebe Grüße
Julius

Es würde mich übrigens sehr freuen, wenn noch weitere Menschen hier ihre Erfahrungen, sowohl positiv als auch negativ, mitteilen! 

Offline bördi

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Re: Snoezelen
« Antwort #12 am: 21.03.2008, 19:06 »
habe mir Gedanken zu dem Thema gemacht nach dem ich das gelsen habe .....


Wieso macht man zb. nicht auf dem Wasserbett eine Patchwork decke drauf... also das was die älteren Menschen kennen ?womit sie was anfangen könnnen...


Ich habe keinen Snozzel raum leider , ist die frage wie sinnvoll ist das für demente .... welchen nutzen haben sie ...

lg

Offline kinava

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Re: Snoezelen
« Antwort #13 am: 21.03.2008, 20:16 »
hallo zusammen,

wir haben in unserer einrichtung auch einen snoezelraum auf dem wachkomabereich - es wird natürlich gern gesehen, wenn andere wohnbereiche diesen auch intensiv nutzen. einmal war ich mit einer demenzkranken bewohnerin in diesem, bemerkte aber relativ schnell unruhe, unsicherheit und angst.

einzelne elemente können sicher genutzt werden, halte es aber wie gugs,  dass ich denke, diese sind auch auf dem normalen gerontobereichen integrierbar.

ich spüre manchmal, dass sogar im gewohnten umfeld auf dem wohnbereich  es schnell mal zur reizüberflutung kommen kann - also mache ich mit "meinen" bewohnern eher einen großen bogen um den snoezelraum.

LG


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             GEHT NICHT - GIBT`S NICHT!!!

Offline bettyzuhause

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Re: Snoezelen
« Antwort #14 am: 30.03.2008, 15:47 »
Wir hatten einen S-Raum, über 2 Jahre lang. Er war in der Farbe weiß gehalten, hatte ein festes Bett (Sicherheitsgefühl beim Setzen)  mit einem weißen Fallschirm `drüber, auf diesem waren verschiedene Lichtmodule angebracht (von stillstehend über gaaanz langsame Wellen bis schnell laufend und flackernd), ein Farbwechsler mit dazugehöriger Spiegelkugel, ein Projektor für diese Ölscheiben, Musikanlage, Wassersäule, Sessel mit Moskitonetz (wenn man wollte). Lampen in Wolkenart mit Tüchern abgehängt....
Die Erfahrungen:
Für die MA (wenn sie denn dazu Zeit ha(ä)tten war es überaus erholsam...!
Bei dem eher sterilen weißen Farbton (in einem Snoezelen-Buch stand diese Farbe wäre geeignet für den Alten-Bereich - weiß aber nicht mehr in welchem Buch),  hatte ich den Eindruck, dass demente Bewohner eher unruhig wurden, es ihnen nicht gefiel. Nicht erst beim Nutzen eines Elementes, auch schon beim Betreten. Erinnerungen an Krankenhaus o.ä.??
Eine (EINE!) Bew. (depr.+Kopfschmerz) nutze das Bett in Verbindung mit Licht und Musik. Es gefiel und bekam ihr außerordentlich gut.
Eine Gruppe, nicht dement/Demenzbeginn, nutze diesen Raum für Traumreisen - erzählen heute noch davon.
Der Raum wurde Angehörigen vorgestellt, um ihn gemeinsam mit ihrem Bew. nutzen zu können - wurde nicht angenommen.
Fazit:
S-Raum wurde "abgeschafft", es wurde eine gemütliche "gute Stube" eingerichtet. Jetzt sind regelmäßig Angehörige mit ihrem Bew. dort anzutreffen (zum Quatschen, Kaffee trinken o.ä). Teilweise finden dort Therapien statt (da ungestörter), Bew. ohne Fernseher schauen sich manchmal eine Sendung dort an (im Gruppenbereich sonst zu laut) oder lesen und vom MDK wird der Raum auch noch zu Gesprächen genutzt.

Die Wassersäule ist jetzt in einem Flur integriert - Bew. bleiben oft davor stehen, Musik kann einzelnen Bew. in ihrem Zimmer dargeboten werden (z.T. über Kopfhörer) - wird besser wahrgenommen, ebenso Düfte, Verkostungen, etc. ........ also Snoezelen ü b e r a l l .
VG bettyzuhause


Offline Jana

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Re: Snoezelen
« Antwort #15 am: 30.03.2008, 20:16 »
Hallo!

Wahrscheinlich haben demente Bewohner wirklich mehr von einem Erinnerungsraum oder einer "guten Stube", wie es bettyzuhause nannte. Ich habe auch erlebt, dass dieser sehr gut genutzt wurde. Mit Vorliebe wird da aus altem Porzellan getrunken, Kaffee mit der Mühle gemahlen, alte Lieder gehört und mitgesungen....
Vielleicht sollte Entspannung, was ja snoezelen letztendlich sein soll, vielmehr spontan und da stattfinden, wo die Anspannung am größten ist: im Zimmer / Bett des Bewohners oder auch mal bei einem Spaziergang im Freien. Die Vögel zwitschern hören, Blumen blühen sehen, an ihnen riechen, vielleicht welche abpflücken und mit auf`s Zimmer nehmen. Snoezelen im Snoezelraum ist wahrscheinlich zu abstrakt und muss für das (meiste) geriatrische Klientel angepasst werden.

Liebe Grüße!
Jana

Offline Ziesel

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Re: Snoezelen
« Antwort #16 am: 16.06.2009, 20:15 »
gibts noch mehr meinungen und erfahrungen zu diesem thema?


meine kollegin und ich überlegen eine art ruheraum evtl. auch einen snoezelraum einzurichten...er soll die möglich bieten sich zurück zu ziehen, z.b. ungestört musik zu hören, zu träumen, zu lesen....

wie würdet ihr einen solchen raum einrichten?mit was habt ihr gute wie auch schlechte erfahrungen gemacht?


wir dachten an einen schaukelstuhl, ein podest das zum sitzen und liegen genutzt werden kann, aber z.b auch mal zur basalen stimulation genutzt werden kann...

Offline stefan

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Re: Snoezelen
« Antwort #17 am: 07.07.2012, 18:30 »
Da das Thema hier gerade diskutiert wird, weise ich auf eine Übersicht zur Snoezelenmethode hin, die Ihr hier findet:
http://brueckenzurdemenz.wordpress.com/category/methoden-und-material/snoezelen/
Interessant finde ich besonders den Artikel von Sven Lind, der in einer Buchrezension das Snoezelen regelrecht auseinandernimmt.

Offline Sophia65

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Re: Snoezelen
« Antwort #18 am: 12.07.2012, 06:23 »
Hallo,
ich habe mal in einem Heim gearbeitet, wo es einen Snoezelen Raum gab. Er wurde kaum genutzt. Denn die Seniore fühlten sich darin nicht wohl. Die dementen Menschen nicht, weil es so fremd war und die nicht dementen Menschen, weil sie einfach gar nicht reingingen, nicht verstanden wozu das gut sein soll.
Ich denke, dass Reizreduzierung ein Thema für demente Menschen ist, aber nicht in in einem Snoezelen Raum. Da sind jede Menge Reize, die die Leute nicht kennen, die keinen Bezug zu ihnen und ihrem Leben haben.
Räume, die bekannt sind bieten da mehr Möglichkeiten. Oder auch ein Aufenthalt im Freien, im Wald. Da sind viele Reize, aber ruhige und bekannte. Wir haben gut erreichbar in der Nähe einen Wald und einen Fischteich. Da fühlen sich auch demente Menschen meist sehr wohl und man kann schön da sitzen und auf das Wasser schauen... Ist natürlich aufwendiger, da hinzu gehen und man hat nichts, was man nach "außen" zeigen kann :-)
LG Sophia
Glück ist nicht in einem ewig lachenden Himmel zu suchen, sondern in ganz feinen Kleinigkeiten, aus denen wir unser Leben zurechtzimmern.
Carmen Sylva,Schriftstellerin

 

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